Vernetzung von Biobanken zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

28. September 2026

Das internationale Netzwerk Global Genome Biodiversity Network (GGBN) zielt darauf ab, den weltweiten Zugang zu genetischen Ressourcen und den damit verknüpften Metadaten zu gewährleisten. Diese digitale Infrastruktur stärkt die Biodiversitätsforschung, unterstützt den Erhalt der Artenvielfalt und fördert Innovationen in der Bioökonomie. Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg das über GGBN bereitgestellte Probenmaterial um 50 Prozent auf einen Höchststand von rund 4,5 Millionen DNA-, Gewebe- und Umweltproben. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Mitgliedsinstitutionen auf über 120 an.

Das Datenportal wurde für hohe Zugriffsraten optimiert und um eine automatisierte Schnittstelle erweitert, die Sammlungsdaten direkt mit weiteren globalen Forschungsdateninfrastrukturen verknüpft. Das Ende des Jahres auslaufende Fünfjahresprojekt wird vom Botanischen Garten Berlin der Freien Universität Berlin geleitet. Er kooperiert für die künftige Ausrichtung eng mit dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB).

Effizientes Ressourcennetzwerk für die Wissenschaft

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Artensterben ist die systematische Erfassung, Dokumentation und Verknüpfung genetischer Diversität essenziell. GGBN fungiert als zentrales Ressourcennetzwerk. Es verbindet weltweit molekulare Sammlungen und schärft das Bewusstsein für die Relevanz von Biobanken im OneHealth-Kontext. Weiterhin macht es qualitätsgesicherte Proben über ein gemeinsames Portal digital zugänglich. Neben der Bereitstellung standardisierter Proben ist die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Community bei der transparenten, rechtlich und ethisch konformen Datenweitergabe von entscheidender Bedeutung.

Nahtlose Validierung von der DNA-Sequenz zur Erkenntnis

Die technische Weiterentwicklung des GGBN-Portals erlaubt es Forschenden, direkt zwischen publizierten DNA-Sequenzen und den entsprechenden Referenzbelegen zu navigieren. Dies ermöglicht die Überprüfung von Artbestimmungen sowie die Verifikation geografischer Herkunftsdaten. Das ist ein kritischer Faktor in der Taxonomie, da insbesondere bei Algen, Insekten und Pilzen noch erhebliche Kenntnislücken bestehen.

Hierzu werden die Biobank-Proben automatisiert mit den Gensequenzarchiven der International Nucleotide Sequence Database Collaboration (INSDC), wie dem European Nucleotide Archive (ENA), sowie den digitalen Sammlungsdaten der physischen Belegexemplare verknüpft. Über den einfachen Materialzugang hinaus stellt die Plattform die Einhaltung des Nagoya-Protokolls sicher. Dieses regelt den fairen Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen. Sämtliche Daten folgen zudem den FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable), wodurch GGBN verbindliche Standards für die Reproduzierbarkeit und Integrität wissenschaftlicher Analysen setzt.

Quelle

Freie Universität Berlin (09/2026)

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