Hannah Schanzmann entwickelte eine innovative Analysemethode für die Diagnostik von Atemwegsinfektionen. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Diagnostik. Ziel war eine schnelle und empfindliche Detektion nosokomialer Infektionen, die im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt entstehen. Das Verfahren identifiziert Bakterien anhand flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) in der Ausatemluft. Diese Stoffwechselprodukte dienen als spezifische Biomarker für Infektionen.
Kopplungsanalytik im Spurenbereich
Der Schwerpunkt lag auf dem Aufbau des Messsystems und der Probenahmestrategie. Die Methodik kombiniert Thermodesorption, Gaschromatographie, Massenspektrometrie und Ionenmobilitätsspektrometrie, wodurch sich kleinste VOC-Mengen in der Atemluft präzise analysieren lassen. Die Biomarker werden hochempfindlich nachgewiesen und Erregern eindeutig zugeordnet. Die Forschung umfasste die methodische Entwicklung, die Validierung und die Testung relevanter Erreger. Die Arbeiten entstanden im BMBF-Projekt „InosIn“. Ziel war die Erkennung von Erregern via Ausatemluft. Dies ermöglicht schnellere Diagnosen und gezieltere Therapien.
Publikationen und BMBF-Folgeprojekt
Die Ergebnisse wurden in drei internationalen Fachzeitschriften publiziert. Zudem präsentierte Hannah Schanzmann ihre Daten auf Fachkongressen der Atemgasanalytik. Die Methodik dient nun als Basis für das Folgeprojekt „ViBa-IMS“. Hierbei wird die Differenzierung viraler und bakterieller Infektionen weiterentwickelt. Zudem eröffnet sie neue Wege für die VOC-Analytik im Spurenbereich.
Prof. Dr. Stefanie Sielemann ordnet die Ergebnisse der Forschungsarbeit ein: „Frau Schanzmann hat mit ihrer Dissertation nicht nur eine innovative analytische Methodik entwickelt, sondern eine Grundlage geschaffen, auf der wir künftig zahlreiche weitere Fragestellungen der VOC-Analytik im Spurenbereich bearbeiten können. Dass die Ergebnisse bereits in ein neues BMBF-Forschungsprojekt eingeflossen sind, unterstreicht die wissenschaftliche Qualität und Nachhaltigkeit der Arbeiten.“