Mit dem 12. Januar 2026 ist eine entscheidende Phase für die europäische Trinkwasserqualität angebrochen. Ab sofort sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die Gehalte an Per- und Polyfluoralkylstoffen (PFAS) im Trinkwasser harmonisiert zu überwachen. Damit wird die Einhaltung der neuen Grenzwerte im Rahmen der neu gefassten Trinkwasserrichtlinie sichergestellt. Neben der reinen Messung müssen die Staaten die Kommission umfassend über die Ergebnisse informieren. Dabei müssen insbesondere Daten zu Grenzwertüberschreitungen, Vorkommnissen und etwaigen Ausnahmeregelungen übermittelt werden.
Diese Maßnahme ist ein zentraler Baustein der Wasserresilienzstrategie. Sie stärkt das Recht auf sicheres Trinkwasser, indem sie gezielt gegen Schadstoffe vorgeht, die europäische Quellen bedrohen. Nachdem die Richtlinie bereits 2020 angenommen und bis Januar 2023 in nationales Recht umgesetzt wurde, bilden die technischen Leitlinien der Kommission von 2024 nun das Fundament für dieses erstmals flächendeckende, systematische Monitoring.
Grenzwertüberschreitungen bei PFAS: Strenge Auflagen und sofortige Maßnahmenpflicht
Sollten die Grenzwerte überschritten werden, sind die Mitgliedstaaten zu sofortigem Handeln verpflichtet. Die Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit reichen von der Schließung kontaminierter Brunnen über die Implementierung zusätzlicher Aufbereitungsschritte bis hin zu Versorgungseinschränkungen.
Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, erklärte: „Die PFAS-Verschmutzung ist ein wachsendes Problem für das Trinkwasser in ganz Europa. Da nun harmonisierte Grenzwerte und eine obligatorische Überwachung in Kraft sind, verfügen die Mitgliedstaaten über die Vorschriften und Instrumente, um PFAS zum Schutz der öffentlichen Gesundheit rasch zu erkennen und zu bekämpfen.“