An der ETH Zürich wurden im Jahr 2025 mehr Neugründungen registriert als je zuvor. Mit insgesamt 46 neu anerkannten Unternehmen – davon 24 klassische Spin-offs und 22 Start-ups – untermauert die Hochschule ihre Rolle als Katalysator für High-Tech-Lösungen. Besonders relevant für die Branche ist die neue Differenzierung der Labels: Während das etablierte „ETH-Spin-off“-Label weiterhin forschungsbasierte Geschäftsideen aus den Laboren kennzeichnet, erhalten nun auch agile Ausgründungen ohne direkten Patentbezug das „ETH-Start-up“-Label.
Für Akteure in der Labordigitalisierung ist die Dominanz der Sektoren Technologie und Software von zentraler Bedeutung: Mit einem Anteil von 26 % führen Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) das Feld an, dicht gefolgt von Biotechnologie und Pharmazeutika (15 %). Dieser Trend spiegelt sich auch im Investitionsklima wider: ETH-Ausgründungen sicherten sich 2025 rund 540 Millionen Schweizer Franken an Risikokapital, was einem Anstieg von 27 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders Unternehmen aus den Bereichen KI, Robotik und sicheres Datenmanagement – wie das Spin-off Soverli AG mit seiner Architektur für sensible Daten – treiben die Entwicklung hin zum digitalisierten, hochsicheren Smart Lab voran.
Die ETH reagiert auf diesen Boom mit gezielten Förderstrukturen wie dem Programm „UPortunity“. Dieses bietet Gründenden nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch den direkten Zugang zu Büro- und Laborflächen, was die Hürden für hardwarenahe Entwicklungen im Bereich Medtech und instrumentelle Analytik massiv senkt. Dass Innovationen zunehmend diverser werden, zeigt sich am Anteil der Gründerinnen, der sich binnen einer Dekade auf 17 % verdoppelt hat, wobei mittlerweile ein Drittel aller Gründungen durch weibliche oder gemischte Teams erfolgt. Projekte wie die KI-gestützte Sensorik der Mynerva AG verdeutlichen dabei eindrucksvoll, wie die Verschmelzung von Hardware, KI und Laborexpertise zu marktfähigen Lösungen für die Medizintechnik von morgen führt.