KI in der Wirkstoffforschung: Uni Frankfurt ist Teil der internationalen Open-Science-Initiative LIGAND-AI

3. Februar 2026

Das internationale Konsortium LIGAND-AI nutzt eine Förderung der Innovative Health Initiative von über 60 Millionen Euro, um den Datenmangel in der KI-gestützten Wirkstoffforschung zu beheben. Durch die großskalige Erzeugung hochwertiger, frei zugänglicher Daten über Interaktionen zwischen kleinen Molekülen und menschlichen Proteinen schafft das Projekt die notwendige Basis für das Training präziser KI-Modelle. In diesem Verbund aus Wissenschaft und Industrie verantwortet die Goethe-Universität die Leitung der medizinischen Chemie.

Die langwierige und kostenintensive frühe Wirkstoffforschung ist oft von Ungewissheit geprägt, da die Identifizierung erster Bindungspartner („Hits“) – besonders bei neuen Zielstrukturen – fehleranfällig und schwierig bleibt. Das LIGAND-AI-Konsortium setzt hier auf KI-Modelle zur Prozessbeschleunigung, scheiterte bisher jedoch am Mangel an notwendigen experimentellen Trainingsdaten.

Open-Access-Daten für die Pharmaforschung

Das Projekt LIGAND-AI, eine Kooperation zwischen dem Pharmaunternehmen Pfizer und dem Structural Genomics Consortium (SGC), charakterisiert tausende Interaktionen zwischen kleinen Molekülen und krankheitsrelevanten Proteinen, etwa aus der Onkologie oder Neurologie. Diese Erkenntnisse fließen in die öffentlich zugängliche Datenbank AIRCHECK ein, um die KI-Community weltweit zu unterstützen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der Forschungsknotenpunkt SGC-Frankfurt an der Goethe-Universität, der die Datengenerierung sowie die medizinische Chemie leitet, um identifizierte Bindungspartner zügig zu wirksamen Inhibitoren weiterzuentwickeln.

Professor Stefan Knapp ist überzeugt: „Indem wir die aus experimentellen Beobachtungen gewonnenen Daten mit KI-Modellen verknüpfen, schaffen wir einen gewaltigen Hebel für die pharmakologische Forschung. Zudem wird die Datenbank gemäß unserer Open-Access-Strategie Forschenden weltweit zur Verfügung stehen.“

Über LIGAND-AI:

Das Leuchtturmprojekt LIGAND-AI der Initiative Target 2035 vereint ein breites Netzwerk aus Forschung und Industrie, darunter das Structural Genomics Consortium, EMBL, die Goethe-Universität Frankfurt, die Universidade Estadual de Campinas, das University College London, das University Health Network, das VHIO sowie Partner wie Abcam, AstraZeneca, Chemspace, Enamine, IBM Research Israel, Novo Nordisk, Nuvisan, Pfizer, The Hospital for Sick Children, Thermo Fisher Scientific und Vernalis. Unterstützt wird das Vorhaben durch das Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) unter der Fördervereinbarung Nr. 101252959. Die Finanzierung der JU erfolgt über das EU-Programm Horizon Europe sowie durch COCIR, EFPIA, EuropaBio, MedTech Europe, Vaccines Europe, Enamine und The Hospital for Sick Children. Die hier geäußerten Ansichten liegen allein in der Verantwortung der Autoren und spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der beteiligten Organisationen wider, die hierfür keine Haftung übernehmen.

Quelle

Goethe-Universität Frankfurt am Main (01/2026)

Nach oben scrollen