Flexible Geltungsbereiche für Kalibrierlaboratorien: DakkS veröffentlicht erste Referenzdarstellung

15. September 2026

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat eine strukturelle Überarbeitung der Darstellungsformate für akkreditierte Geltungsbereiche von Kalibrierlaboratorien eingeleitet. Durch die Implementierung spezifischer Referenzdarstellungen soll die Transparenz und Nachvollziehbarkeit flexibler Geltungsbereiche erhöht werden. Dies zielt primär darauf ab, den administrativen wie finanziellen Aufwand von Akkreditierungsverfahren signifikant zu senken und deren Durchlaufzeiten zu verkürzen. Als erstes Ergebnis dieses schrittweisen Publikationsprozesses steht die Referenzdarstellung für die Kalibrierung von Parallelendmaßen ab sofort zur Verfügung.

Spezifische Antragsmodalitäten und Formularnutzung

Mit der Veröffentlichung ausgearbeiteter Referenzgeltungsbereiche geht eine Anpassung des Antragswesens einher. Für Akkreditierungsanträge, die sich auf bereits definierte Referenzdarstellungen beziehen, ist ab sofort ausschließlich das jeweils neu bereitgestellte fachbereichsspezifische Antragsformular zu nutzen. Dieser standardisierte Prozess soll zur Kostenreduktion und Verfahrensbeschleunigung beitragen. Sofern für spezifische Kalibrier- und Messfähigkeiten (Calibration and Measurement Capability, CMC) noch keine Referenzdarstellung vorliegt, behält das allgemeine Antragsformular weiterhin seine Gültigkeit.

Empfehlungen zur Beantragung flexibler Geltungsbereiche

Im Kontext der normenübergreifenden Harmonisierung empfiehlt die DAkkS den Kalibrierlaboratorien eine zeitliche Abstimmung bei der Antragstellung: Anträge auf flexible Geltungsbereiche der Kategorien B oder C sollten vorzugsweise erst nach der offiziellen Publikation der entsprechenden messgrößenspezifischen Referenzgeltungsbereiche eingereicht werden. Die Flexibilisierungskategorien A, B und C definieren dabei die zulässigen Freiheitsgrade für eigenständige Modifikationen im akkreditierten Prüf- und Kalibrierspektrum. Grundlegende Informationen zur Umstellung bestehender flexibler Geltungsbereiche wurden bereits in der Pressemitteilung vom 11. August publiziert.

Ausrollungsstrategie und Übergangsregelungen

Die fachliche Ausarbeitung der Referenzgeltungsbereiche erfolgt in enger Abstimmung mit der metrologischen Fachwelt. Aufgrund der komplexen fachlichen Validierung der einzelnen Messgrößen und Kalibrierobjekte werden weitere Referenzdarstellungen sukzessive in regelmäßigen Intervallen veröffentlicht. Bis zum vollständigen Abschluss dieser Überarbeitung bleiben kombinierte Darstellungen in den Urkundenanlagen für noch nicht erfasste Bereiche weiterhin erforderlich. Die DAkkS wird die jeweils fertiggestellten Dokumente und Antragsunterlagen fortlaufend zur Verfügung stellen.

Quelle

Deutsche Akkreditierungsstelle DAkkS (09/2026)

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