Bundeslebensmittelschlüssel jetzt kostenfrei nutzbar

18. Dezember 2025

Ob es um den Vitamingehalt von Äpfeln, den Jodgehalt in verschiedenen Fischarten oder den Ballaststoffvergleich zwischen Erbsen und Linsen geht: Detaillierte Antworten liefert der Bundeslebensmittelschlüssel (BLS). Diese umfassende Datenbank, die vom Max Rubner-Institut (MRI) bereitgestellt und regelmäßig aktualisiert wird, bietet Nährstoff- und Energiewerte zu mehr als 7.000 Lebensmitteln und Gerichten. Nach einer aktuellen, umfassenden Überarbeitung ist der Zugriff auf den BLS ab sofort kostenfrei möglich, da die bisherige Lizenzgebühr vollständig entfallen ist.

Transparenz für bewusste Ernährung: Kostenfreier Zugang zu Nährwertdaten

Bundesminister Alois Rainer betont die Wahlfreiheit der Verbraucher und die Rolle des Bundeslebensmittelschlüssels für informierte Entscheidungen: „Das Angebot hochwertiger Lebensmittel in Deutschland ist riesig, dank der hervorragenden Arbeit unserer Landwirte, der Lebensmittelhersteller und des Handels. Daraus können sich die Verbraucherinnen und Verbraucher nach Lust und Laune bedienen – als Bundesregierung machen wir da keine Vorgaben. Wir unterstützen aber dabei, die Entscheidung für eine ausgewogene und gerne regionale Ernährung gut informiert zu treffen. Der kostenlose Zugang zum Bundeslebensmittelschlüssel hilft dabei.“

Auch MRI-Präsidentin Prof. Dr. Tanja Schwerdtle sieht im freien Datenzugang einen Gewinn für die Gesundheitsvorsorge: „Der lizenzfreie Zugang zum Bundeslebensmittelschlüssel bietet nun auch der breiten Bevölkerung die Möglichkeit, sich über die Zusammensetzung einzelner Lebensmittel zu informieren. Wer weiß, was in Lebensmitteln steckt, kann sich bewusster ernähren. Dies kann eine ausgewogene und gesunde Ernährung unterstützen.“

Zentrale Nährstoffdatenbank

Der Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) fungiert als Deutschlands zentrale Nährstoffdatenbank und stellt das wichtigste Standardinstrument für die Auswertung von Ernährungsstudien sowie die fundierte Ernährungsberatung dar. Neben seiner Rolle als Basis für gesundheitspolitische Maßnahmen dient er Lebensmittelherstellern als verlässliche Grundlage zur Berechnung der gesetzlich vorgeschriebenen Nährwertkennzeichnung.

Der Datenbestand umfasst die durchschnittlichen Gehalte an Makro- und Mikronährstoffen – darunter Kohlenhydrate, Proteine und Fette – sowie Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Aminosäuren einer enormen Vielfalt markttypischer Produkte. In der aktuellen Version wurde das Spektrum gezielt um moderne Lebensmittel wie Pflanzendrinks und Pseudogetreide sowie um eine breite Auswahl zusammengesetzter Gerichte, von der klassischen Lasagne bis hin zu Gemüsebratlingen, erweitert.

Vielfältige Quellen

Die Datengrundlage des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS) speist sich aus vielfältigen Quellen: Neben eigenen Laboranalysen des MRI fließen Untersuchungsergebnisse nationaler Partner aus Behörden, Forschung und der Lebensmittelwirtschaft sowie internationale Daten und Fachliteratur ein. Eine methodische Besonderheit stellen dabei die komplexen Berechnungsalgorithmen dar, die zur Ermittlung von Rezeptwerten und zur Schließung von Datenlücken durch qualitätsgesicherte Schätzungen dienen.

Seit dem 15. Dezember 2025 ist der BLS in der vollständig überarbeiteten Version 4.0 verfügbar. Diese Aktualisierung passt das Lebensmittelangebot konsequent an moderne Verzehrgewohnheiten sowie aktuelle Marktentwicklungen an und setzt gleichzeitig neue Maßstäbe in der Transparenz. Durch die explizite Kennzeichnung von Quellen, Datenlücken und Berechnungsformeln lässt sich die Herkunft und Zusammensetzung jeder einzelnen Nährstoffangabe nun präzise nachvollziehen und fachlich fundiert einordnen.

Den lizenzfreien Online-Zugang zur Nährstoffdatenbank und den Link zum Download-Bereich finden Sie hier: https://www.blsdb.de/

Quelle

Max Rubner-Institut – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (12/2025)

Nach oben scrollen