analytica 2026: Mehr Nachhaltigkeit im Labor

15. Dezember 2025

Wenn die analytica vom 24. bis 27. März 2026 in München ihre Tore öffnet, steht die Transformation hin zum umweltbewussten Arbeiten im Fokus. Als Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie setzt die Veranstaltung konsequent auf Konzepte und Inspirationen für das „grüne Labor“. Aussteller und Forschende aus aller Welt präsentieren vor Ort innovative Lösungen – von ressourcenschonenden Analysengeräten über den Einsatz weniger giftiger Chemikalien bis hin zur Unterstützung durch Künstliche Intelligenz –, um den Laboralltag nachhaltiger zu gestalten. „Die analytica versteht sich als Wegweiser ins grüne Labor“, betont Exhibition Director Susanne Grödl und unterstreicht damit, dass sich Green-Lab-Konzepte als roter Faden durch die Messe, die analytica conference und das gesamte Rahmenprogramm ziehen.

Ein entscheidender Hebel für mehr Nachhaltigkeit sind moderne Messtechniken, wie sie etwa der Aussteller Plasmion mit seinen „elektronischen Nasen“ zeigt. Durch eine neu entwickelte Ionisationstechnik für die Massenspektrometrie können Schadstoffspuren in festen, flüssigen oder gasförmigen Proben ohne aufwändige Vorbereitung detektiert werden, was den Verbrauch von Chemikalien und Materialien signifikant reduziert.

Generell hat die instrumentelle Analytik in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Ein Paradebeispiel ist die superkritische Flüssigchromatographie (SFC), die flüssiges CO2​ als mobile Phase nutzt. Dieses Verfahren schont nicht nur die Umwelt durch den Verzicht auf organische Lösemittel, sondern senkt dank der geringeren Viskosität des superkritischen Kohlenstoffdioxids auch den Pumpaufwand und damit den Energiebedarf. Auf der analytica 2026 sind alle namhaften Anbieter solcher SFC-Systeme vertreten, darunter Branchengrößen wie Agilent, Knauer, PerkinElmer, Shimadzu, Thermo Fisher und Waters.

Mini-Komponenten aus dem 3D-Drucker

Die analytica conference thematisiert am 24. März in der Session „Towards sustainable HPLC“ (09:30–11:30 Uhr) neben der SFC-Chromatographie vor allem die Miniaturisierung. Da kleinere Geräte den Bedarf an Lösungsmitteln und Chemikalien senken, gewinnen beispielsweise 3D-gedruckte Mikrofluidik-Chips für die HPLC an Bedeutung, die mit Standard-Komponenten kompatibel sind. Auch die Session „Green analytical labs of the future“ (25. März, 15:00–17:00 Uhr) widmet sich dem 3D-Druck und der Miniaturisierung. Ein besonderes Highlight ist das solarbetriebene System „2LabsToGo-Eco“, welches Chromatographie und Bioassays effizient kombiniert.

​analytica Foren: Regulierung und Best-Practice-Beispiele

Wer sich über gesetzliche Vorgaben zur Nachhaltigkeit im Labor informieren möchte, findet in den analytica Foren die passende Plattform. Dort erfahren Besucher anhand von Best-Practice-Beispielen, wie sich grüne Konzepte konkret im Laboralltag implementieren lassen. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf dem kritischen Thema der Plastik-Verbrauchsmaterialien. Da Labore kaum auf Kunststoffe verzichten können, stellen Aussteller wie Eppendorf, Integra und Omnilab ihr Portfolio bereits konsequent um. So produziert Eppendorf beispielsweise Tubes, Pipettenspitzen und weitere ausgewählte Produkte bereits aus biobasierten Kunststoffen.

Parallel dazu nehmen die Digitalisierung und künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle auf dem Weg zum Green Lab ein. Durch KI-optimierte Arbeitsabläufe und Versuchsdesigns lassen sich Energie und Materialien gezielt einsparen. Zudem steigern die digitale Datenerfassung und KI-gestützte Auswertungen den Erkenntnisgewinn so weit, dass manche physische Messungen sogar komplett überflüssig werden. In der Sonderschau „Digital Transformation“ können Besucher solche digitalisierten Workflows direkt in Aktion erleben.

„Das grüne Labor wird Wirklichkeit, wenn Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen ineinandergreifen“, betont Susanne Grödl. „Mit der analytica bringen wir Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen und setzen damit jene Prozesse in Gang, die das Green Lab real werden lassen.“

Quelle

analytica (12/2025)

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