Das neue Software-Tool ovrlpy, eine Entwicklung des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und internationaler Partner, steigert die Genauigkeit in der räumlichen Transkriptomik erheblich. Diese Schlüsseltechnologie macht die Genaktivität in Geweben mittels RNA-Transkripten sichtbar. Selbst hauchdünne Schnitte besitzen eine komplexe dreidimensionale Struktur. Daher führt eine rein zweidimensionale Betrachtung oft zu Fehlinterpretationen durch Zellüberlagerungen oder Gewebefaltungen. Hier setzt ovrlpy an: Es identifiziert diese Überlappungen erstmals systematisch und verhindert so die falsche Zuordnung von Transkripten, was die Qualität biomedizinischer Analysen entscheidend verbessert.
Verborgene Überlappungen im Gewebe aufspüren
Indem ovrlpy die räumliche Transkriptverteilung dreidimensional analysiert, identifiziert es Signalinkonsistenzen durch Zellüberlappungen oder Gewebeartefakte in der vertikalen Dimension. Da Analysen verschiedener Organe zeigen, dass solche Fehler weitaus häufiger auftreten als vermutet, verbessert das Tool die Präzision bioinformatischer Auswertungen signifikant. „Ovrlpy hilft uns, diese Fehlerquellen zu erkennen, bevor sie zu falschen Schlüssen führen“, sagt Dr. Naveed Ishaque. Er ergänzt: „Damit schaffen wir die Grundlage für solidere Erkenntnisse in ganz verschiedenen Fachbereichen, ob in der Krebsforschung, der Neurologie oder bei der Entwicklung personalisierter Therapien.“ Angesichts des Booms räumlicher Technologien sichert das Tool die notwendige Datenqualität, um komplexe Gewebestrukturen und deren Funktionen verlässlich zu verstehen.
Quelle
Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) (02/2026)
Publikation
Tiesmeyer, S., Müller-Bötticher, N., Malt, A. et al. Identifying 3D signal overlaps in spatial transcriptomics data with ovrlpy. Nat Biotechnol (2026). DOI: 10.1038/s41587-026-03004-8
https://www.nature.com/articles/s41587-026-03004-8