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Freitag, den 31. Mai 2024 um 04:09 Uhr

EM 2024: Labormedizin soll Bioterrorismus-Abwehr stützen

Die Fußballstadien in Deutschland sind während der EM 2024 nicht speziell gegen Bioterrorismus geschützt. Zu diesem Ergebnis gelangt eine KI-gestützte Analyse des US Portals LabNews.
Im Falle eines bioterroristischen Angriffs spielt die Labordiagnostik eine entscheidende Rolle.

In der KI-gestützten Analyse des US Portals LabNews heißt es:

"Üblicherweise werden in Fußballstadien keine speziellen Tests durchgeführt, um Toxine zu identifizieren, die im Kontext von Bioterrorismus relevant sein könnten. Die Sicherheitsvorkehrungen in den Stadien konzentrieren sich hauptsächlich darauf, Gewalt zu verhindern, das Einschleusen von verbotenen Gegenständen wie Feuerwerkskörpern zu unterbinden und das Verhalten der Zuschauer zu überwachen"¹²³.

Die Durchführung von Toxintests stelle eine Herausforderung dar, "da die Vielfalt und Komplexität der biologischen Agenzien, die als Waffen verwendet werden könnten, groß ist".

Es wäre nahezu unmöglich, alle Besucher einer Großveranstaltung wie einem Fußballspiel auf eine Vielzahl möglicher Toxine zu testen. Daher setzen Sicherheitsteams auf präventive Maßnahmen wie strenge Einlasskontrollen und Überwachungskameras, um das Risiko eines Angriffs zu minimieren.

Tatsächlich wächst mit der bevorstehenden Europameisterschaft 2024 in Deutschland die Sorge um die Sicherheit der vielen Fans und Spieler. Eine besondere Bedrohung stellt der Bioterrorismus dar - ein Angriff, bei dem biologische Toxine oder Krankheitserreger absichtlich freigesetzt werden, um Menschen zu verletzen oder zu töten. Die Risiken sind real und die Vorbereitungen zum Schutz der Stadien müssen umfangreich sein.

Risikobewertung und Prävention

Der erste Schritt zur Entwicklung eines effektiven Schutzkonzepts sei die Risikobewertung. Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Zentrums für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene (ZBS) seien "in der Lage, bioterroristisch relevante Agenzien zu identifizieren und zu charakterisieren¹. Diese Fähigkeit ist entscheidend, um potenzielle Bedrohungen zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen".

Strukturelle und organisatorische Maßnahmen

"Fußballstadien müssen in baulicher, infrastruktureller, organisatorischer und betrieblicher Hinsicht sicher sein². Dies beinhaltet nicht nur die physische Sicherheit der Struktur, sondern auch die Fähigkeit, auf bioterroristische Bedrohungen reagieren zu können. Dazu gehört die Schulung des Personals, die Implementierung von Notfallplänen und die Koordination mit lokalen Gesundheitsbehörden und Sicherheitsdiensten".

Überwachung und schnelle Reaktion

Eine schnelle Reaktion im Falle eines bioterroristischen Angriffs sei entscheidend, so der Report. "Einsatzgruppen für biologische Gefahrenlagen und Beratungsgruppen stehen bereit, um im Ereignisfall Unterstützung zu leisten¹. Die Fähigkeit, schnell und effizient zu handeln, kann die Auswirkungen eines Angriffs erheblich minimieren".

Internationale Zusammenarbeit

Die internationale Zusammenarbeit spiele eine wichtige Rolle beim Schutz vor Bioterrorismus. Die UEFA und andere internationale Organisationen haben dem Bericht zufolge Richtlinien und Reglemente entwickelt, die die Sicherheit bei Fußballspielen gewährleisten sollen³. Diese Richtlinien müssten von den lokalen Organisatoren umgesetzt und befolgt werden.

Aktuelle Sicherheitslage

Bayerns Innenminister hat die Terrorgefahr während der EM als höher als sonst eingestuft, obwohl keine konkrete Drohung vorliegt⁴. Die Sicherheitslage wird als „alles andere als entspannt“ beschrieben, und es gibt eine „gewisse Unsicherheit in der Gesellschaft“⁵. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben und alle verfügbaren Ressourcen zu nutzen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Das RKI führt drei Säulen der Bioterror-Abwehr auf, wobei die Labordiagnostik eine tragende Funktion innehat. So heißt es dazu:
"Bei Verdacht auf einen bioterroristischen Anschlag steht das ZBS den verantwortlichen Stellen im Bedarfsfall auch direkt am Ort des Geschehens zur Seite.

  1. Einsatzgruppe für Biologische Gefahrenlagen
    Die Einsatzgruppe besteht aus Experten, die für die spezifischen Anforderungen einer außergewöhnlichen biologischen Gefahrenlage trainiert sind. Sie kann Umweltproben sichern und bei der Tatortarbeit unterstützen. Die Gruppe unterstützt Einsatzkräfte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), der Polizei und Feuerwehr bei der Arbeit am kontaminierten Einsatzort.

  2. Beratungsgruppe für Biologische Gefahrenlagen
    Neben der Einsatzgruppe bietet ZBS 7 eine Beratungsgruppe für biologische Gefahrenlagen. Diese unterstützt Führungsstäbe oder Befehlsstellen der Polizei und Feuerwehr sowie den ÖGD im klinischen und seuchenhygienischen Management, außerdem bei der Beurteilung und Bewältigung von Ereignissen durch hochpathogene Agenzien.

  3. Laboranalytik
    Das ZBS ist in der Lage, alle bioterroristisch relevanten Agenzien zu identifizieren und charakterisieren:
    Die Labore für hochpathogene Viren (ZBS1), hochpathogene mikrobielle Erreger (ZBS2) und biologische Toxine (ZBS3) können alle bioterroristisch relevanten Agenzien in klinischen sowie in Umweltproben spezifisch nachweisen und näher bestimmen. Darüber hinaus erlaubt die spezielle Licht- und Elektronenmikroskopie (ZBS4) eine schnelle mikroskopische Analyse unbekannter Proben und die Proteomik und Spektrometrie (ZBS6) die weitere Bestimmung von biologischen Stoffen mit modernen schwingungs- und massenspektrometrischen Verfahren".

Fazit der KI-Analyse:

"Die Vorbereitung auf die EM 2024 erfordert eine umfassende Strategie zum Schutz vor Bioterrorismus. Dies beinhaltet eine gründliche Risikobewertung, strukturelle und organisatorische Maßnahmen, schnelle Reaktionsfähigkeit und internationale Zusammenarbeit. Die Sicherheitsbehörden und Organisatoren müssen eng zusammenarbeiten, um ein sicheres Umfeld für alle Teilnehmer und Besucher zu schaffen. Nur durch proaktive Planung und Vorbereitung kann die EM 2024 zu einem unvergesslichen und sicheren Ereignis werden."


Den ganzen Artikel finden Sie hier:

https://www.dgkl.de/aktuelles/unsere-news/detail?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=355&cHash=0a8ebc7af2b246fabd93054fa7c51dd6

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e. V. (05/2024)


Weiterführende Informationen:


Weitere Quellen: 


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