| Kürzeste Lichtblitze aus ultraheißer Materie |
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{mosiamge}Hochenergetische Schwerionenstöße, wie sie am RHIC in Brookhaven oder demnächst auch am LHC in Genf untersucht werden, können eine Quelle für Lichtblitze von einigen Yoktosekunden (Quadrillionstel Sekunden, 10-24 s, ys) Dauer sein - so lange wie das Licht benötigt, um einen Atomkern zu durchqueren. Das zeigen Berechnungen der Lichtemission sogenannter Quark-Gluon-Plasmen, die in derartigen Stößen für extrem kurze Zeitspannen ent-stehen. Unter bestimmten Umständen werden Doppelpulse erzeugt, mit denen eines Tages die Dynamik von Atomkernen "sichtbar" gemacht werden könnte. (Physical Review Letters, 07.10.2009) Berechnungen am Max-Planck-Institut für Kernphysik zeigen nun, dass hochenergetische Schwerionenstöße in großen Teilchenbeschleunigern als Lichtquellen für die gewünschten Einfach- und Doppelpulse geeignet sind. Das ist auf die bemerkenswerten Eigenschaften eines Quark-Gluon-Plasmas zurückzuführen. Das Quark-Gluon-Plasma gilt als der Zustand der Materie, aus dem das Universum unmittelbar nach dem Urknall bestand. Darin sind die Temperaturen so hoch, dass selbst die Bausteine der Atomkerne, die Neutronen und Protonen, in ihre Bestandteile, die Quarks, aufgebrochen werden. Ein solcher Materiezustand kann heute in modernen Beschleunigeranlagen realisiert werden. In der Kollision von Schwerionen - also Atomen schwerer Elemente, denen Elektronen entfernt wurden - bei relativistischen Geschwindigkeiten entsteht für einige Yoktosekunden ein solches Quark-Gluon-Plasma in Atomkerngröße (Abbildung 1). Es erzeugt neben vielerlei anderen Teilchen auch Photonen mit einigen GeV (Milliarden Elektronenvolt) Energie, sogenannte Gammastrahlung. Diese hochenergetischen Lichtblitze sind so kurz wie die Lebensdauer des Quark-Gluon-Plasmas und bestehen aus nur wenigen Photonen. Die Forscher haben nun die Expansion und innere Dynamik des Quark-Gluon-Plasmas in ihrem zeitlichen Verlauf simuliert. Es zeigte sich, dass die Photonen zwischendurch nicht in alle Richtungen, sondern bevorzugt senkrecht zur Stoßrichtung abgestrahlt werden. Blickt ein Detektor nahezu entlang der Stoßachse, empfängt er deshalb in diesem Zeitraum praktisch nichts, sieht also insgesamt einen Doppelpuls. Durch geeignete Wahl von Stoßgeometrie und Beobachtungsrichtung sind die Doppelpulse im Prinzip gezielt variierbar. Somit eröffnen sie die Möglichkeit von zukünftigen Pump-Probe-Experimenten im Yoktosekundenbereich bei hohen Energien. Dies könnte zu einer zeitaufgelösten Beobachtung von Kernprozessen führen. Umgekehrt würde eine genaue Analyse der Gammablitze Rückschlüsse auf das Quark-Gluon-Plasma ermöglichen. Den ganzen Artikel finden Sie unter:http://idw-online.de/pages/de/news337143 Quelle: Informationsdienst Wissenschaft / Max-Planck-Institut für Kernphysik (10/2009) |







