Home arrow Meldungen arrow Pressemitteilungen arrow Ergebnisse des Expertentreffens
Donnerstag, 2. Juli 2020
 
 
analytik.de
analytik.de - news
Foto des Monats
Bild des Monats
Ergebnisse des Expertentreffens

Image

Von Montag bis Freitag der vergangenen Woche berieten sich in Jena die Experten für die genauesten Messungen von CO2 und anderen atmosphärischen Spurengasen. Das Treffen wurde von der Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) als Träger veranstaltet und vom Max-Planck Institut für Biogeochemie in Jena organisiert und durchgeführt.
Die Wissenschaftler diskutierten den derzeitigen Stand der Messtechnik sowie die Beobachtungsstrategie, um die Entwicklung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre global zu erfassen. Die Ergebnisse werden in Empfehlungen der WMO zusammengefasst, nach denen sich das globale Netzwerk an Beobachtungsstationen ("Global Atmosphere Watch") ausrichtet.

Ein Schwerpunktthema der Tagung waren Neuerungen in der Meßtechnik, insbesondere neue Laser-Absorptionsverfahren, die eine verbesserte Präzision bei vermindertem Aufwand für die Analyse von CO2 und Methan versprechen. Auch die Rolle von atmosphärischem Wasser sowie Kohlenmonoxid (CO) und Lachgas (N2O) kann mit diesen neuen Techniken einfacher studiert werden. Archivierung und weltweite Verfügbarkeit von Meßdaten waren ein weiterer Fokus. Der Informationsfluß von den Experten für die Messungen hin zu den Spezialisten für die Klimamodelle und das Verständnis der jeweiligen Präzision und Richtigkeit der Meßdaten über lange Zeiträume soll verbessert werden.

Die politische Bedeutung der atmosphärischen Messungen wurde in einem Vortrag von Prof. Ingeborg Levin von der Universität Heidelberg besonders deutlich. Am Beispiel eines fluorierten Treibhausgases (Schwefelhexafluorid, SF6) konnte Prof. Levin zeigen, wie mit atmosphärischen Messdaten falsche Angaben aus Emissionskatastern widerlegt werden können. In diesem Herbst wird in Kopenhagen ein Folgeabkommen des Kyoto-Vertrags verhandelt, bei dem konkrete Emissionsminderungsziele für die einzelnen Vertragsstaaten erwartet werden. Atmosphärische Messungen könnten diese vereinbarten Ziele auch für CO2 verifizieren, wenn das Messnetz entsprechend ausgebaut und die Richtigkeit der Messungen sichergestellt wird. Mit dem japanischen Satelliten GOSAT, der seit Februar 2009 die Erde umkreist, wird ein neuer Datensatz von atmosphärischen CO2-Konzentrationen erfaßt. Dieser Datensatz unterscheidet sich von den Messreihen der klassischen Beobachtungsstationen dadurch, dass die mittlere Konzentration der kompletten Luftsäule vom Boden bis ins All über den gesamten Erdball beobachtet werden kann, jedoch mit deutlich reduzierter Genauigkeit. Eine wesentliche Aufgabe ist daher die Validierung dieser Daten mit parallelen Messungen anderer Verfahren.

Auf dem Expertentreffen wurde das Max-Planck-Institut für Biogeochemie als weltweites Kalibrierlabor für die Quantifizierung von atmosphärischem Wasserstoff ausgewählt. Des Weiteren sind Labore des Instituts international für die Kalibrierung der atmosphärischen CO2-Isotopenverhältnisse zuständig. Letztere geben Auskunft über die Quellen und Senken des Kohlendioxids und können im Rahmen des Kyoto Protokolls zur Kontrolle von CO2 fossiler Herkunft beitragen.

Das nächste Treffen der CO2 -Expertenrunde wird in zwei Jahren in der Hauptstadt Neuseelands, Wellington, stattfinden. Weitere Informationen zur Tagung können unter http://www.bgc.mpg.de/service/iso_gas_lab/IAEA-WMO2009/index.shtml eingesehen werden.

Den ganzen Artikel finden Sie unter:

http://idw-online.de/pages/de/news333869

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (9/2009)

 
 
  Top
LogIn