| Schöne neue (Labor-)Welt |
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Der hybride Arbeitsplatz ist das Schlagwort für biochemische Labore der Zukunft. Hier vereinen sich klassische manuelle Handhabung mit Automatisierungstechnik und Informationstechnologie. Bereits seit einigen Jahren befasst sich die Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung am Fraunhofer IPA mit Konzepten für die Verknüpfung von manuellen Arbeitsplätzen mit Laborautomatisierungslösungen. Eine unmittelbare Verknüpfung von Mensch und Maschine, beispielsweise eines Roboters am Laborarbeitsplatz, hat sich wegen des Programmierungsaufwands und der Sicherheitsbedenken bisher nicht bewährt. Daher wurde in der Abteilung ein hybrides Laborkonzept verfolgt, welches eine logistische Verbindung zwischen dem Automaten und dem manuellen Arbeitsplatz an Stelle einer Fusion vorsieht und den Experimentator gezielt mit Hilfe der Informationstechnologie unterstützt. Im Projekt "Tischlein, deck dich!" wird ein halbautonomes Transportsystem entwickelt, das Reagenzien und Proben zwischen manuellen und automatisierten Arbeitsbereichen im Labor transportiert und die Mitarbeiter somit von lästigen Botengängen entlastet. Das Transportsystem besteht aus einer unbegrenzten Zahl an kleinen Tischrobotern, die sich auf "Straßen" zwischen den Stationen bewegen. Als "Straßen" reichen ebene Flächen zwischen den Stationen ("Fensterbänke "), auf denen farbliche Bahnmarkierungen für die Navigation einfach aufgeklebt oder aufgedruckt werden. Auf diese Weise lässt sich das System kostengünstig in eine bestehende Laborumgebung integrieren und jede Station im Labor erreichen. Der Vorteil dieses Systems für Experimentatoren ist deutlich: Weder müssen sie sich auf die Suche begeben noch Botengänge absolvieren und können sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren. Ein solches Transportsystem erfordert die Einbindung des Experimentators in die Informationsströme. Bereits vor einigen Jahren wurde am Fraunhofer IPA ein hybrider Laborarbeitsplatz entwickelt, mit dem manuelle Handhabungen durch eine Verfolgung der Laborgeräte und Gefäße ("Tracking") automatisch angeleitet, dokumentiert und überwacht werden konnten. Die Anweisungen wurden dabei auf die Arbeitsfläche projiziert. Im Moment wird die nächste Generation des "Hybriden Arbeitsplatzes" entwickelt, bei der großformatige Flachbildschirme unter die gläserne Arbeitsfläche montiert werden. Experimentatoren bekommen alle Informationen des LIMS über Aufträge, Rezepte und Arbeits(fort)schritte dort angezeigt, wo sie bearbeitet werden müssen. Zusätzlich können auf Knopfdruck alle fehlenden Substanzen und Proben bestellt werden, die genau auf der gewünschten Stelle am Arbeitsplatz vom Tischtransporter bereitgestellt werden - eben wie im Grimmschen Märchen vom "Tischlein, deck dich!". Schließlich können Automaten eingebunden werden, indem Proben zur Weiterverarbeitung dorthin transportiert werden, verarbeitet und nach Abschluss entweder gelagert oder wieder auf dem Labortisch bereitgestellt werden können. Und dabei kommen sich Mensch und Automat auch nicht mehr in die Quere. Der "Hybride Arbeitsplatz" und das Tischtransportsystem sind heute zwar noch eine Vision der zukünftigen Gestalt von Laboratorien. Ihr Nutzen ist jedoch klar: Anwender könnten Produkte, z. B. Medikamente, trotz manueller Prozesse schneller auf den Markt bringen. Auf der 50-Jahr-Feier des Fraunhofer IPA im Juli 2009 zeigen wir solch ein zukünftiges Szenario in einer Laborumgebung. Den ganzen Artikel finden Sie unter: Weitere interessante Links finden Sie auf analytik.de.
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