| ETH Zürich entwickelt kleinste Spritze der Welt |
|
Wissenschaftler vom Institut für Biomedizinische Technik der ETH Zürich haben eine Nanospritze entwickelt, mit welcher Medikamente, DNA und RNA in eine einzelne Zelle injiziert werden können, ohne diese zu verletzen. Neben biologischen Anwendungen könnte das Verfahren auch zur Produktion von Mikroelektronik verwendet werden. Fingerspitzengefühl gefragt Zambelli hat vom klassischen AFM die ultra-spitze Messnadel und die sensitive Kraftkontrolle über einen Laserstrahl übernommen. Diese Technologie kombinierte er mit den Erfahrungen von CSEM SA Neuchâtel, welches auf Mikrofabrikation spezialisiert ist und eine der Kernkomponenten des Systems herstellt: Im Verbindungsstück von der Messnadel zum Steuerungsgerät - dem sogenannten Cantilever - haben die Wissenschaftler einen Mikrokanal von 500 Nanometern Durchmesser verlegt, der es erlaubt, Flüssigkeiten und Lösungen über die Messnadel in eine Zelle einzuspritzen. Die Öffnung an der Nadelspitze hat einen Durchmesser von 200 Nanometern (500 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares). Über diese Spitze können Medikamentenwirkstoffe, DNA oder RNA in eine Zelle injiziert werden. Die Auswirkungen dieser Injektionen lassen sich dann beobachten. Im Gegensatz zum herkömmlichen manuellen System, kann dabei die Kraft der Nadel auf die Zelle so präzise dosiert werden, dass diese nicht unnötig verletzt wird. Virus in einzelne Zelle gespritzt Mit Hilfe dieser Technologie können auch schwache elektrische Signale gemessen werden. Mit einem integrierten System wäre es möglich, einzelne Zellen während der Injektion von Wirkstoffen in Echtzeit zu beobachten - alles mit ein und derselben Apparatur. "Für die Biologie und die Pharmaforschung wäre dies ein riesiger Fortschritt. Damit würden erstmals vollautomatisierte Selektionsverfahren ermöglicht, mit welchen die Folgen von Medikamentenwirkstoffen auf Membranproteine beobachtet werden könnte", erläutert Zambelli. Spritze für Mikrochips Die beiden Doktoranden Michael Gabi und Pascal Behr aus Zambellis Team möchten das Gerät im eigens dafür gegründeten ETH-Spin-off "Cytosurge" selbständig zur Marktreife weiterentwickeln. Bereits heute stehen zwei Prototypen des Gerätes in Zambellis Labor, die gemeinsam mit Biologen getestet werden. Den ganzen Artikel finden Sie unter: Weitere interessante Links finden Sie auf analytik.de.
|







