| Chemikalien in der Umwelt - Gefährdungen unseres Trinkwassers und der arktischen Tierwelt |
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Einen Bogen von Stoffumwandlungen in einzelnen Umweltkompartimenten bis hin zur Stoffbewertung und von lokalen bis hin zu globalen Problematiken spannt die Jahrestagung der Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vom 26. bis 28. September 2007 in Osnabrück. In rund 70 Vorträgen und über 50 Posterbeiträgen werden von den erwarteten 200 Teilnehmern Methoden, Konzepte und Bewertungen vorgestellt und diskutiert. Für das Programm zeichnet das wissenschaftliche Komitee unter Vorsitz von Professor Dr. Michael Matthies, Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück, verantwortlich. In den beiden Plenarvorträgen werden umweltchemische und ökotoxikologische Aspekte jeweils aktueller Problemfelder aufgegriffen, vor unserer Haustür und - bedingt durch den Ferntransport von Chemikalien in der Atmosphäre - weit entfernt, nämlich in der Arktis: Privatdozent Dr. Thomas Heberer vom Bundesinstitut für Risikobewertung, Fachgruppe "Rückstände von Arzneimitteln", Berlin, spricht zu Vorkommen, Verbleib und Bewertung von Human- und Veterinärarzneimittelrückständen in der Umwelt, und Professor Dr. Roland Kallenborn, Universitätszentrum auf Spitzbergen, Norwegen, erläutert Ursachen und Konsequenzen der Verschmutzung der Arktis mit Chemikalien, jeweils mit anschließenden Diskussionsforen. Anlässlich der Tagung verleiht der Vorsitzende der Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie, Professor Dr. Gerhard Lammel, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg, und Masaryk-Universität Brno (Tschechien), den Förderpreis für junge Wissenschaftler an Dr. Doris Völker, Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle. Sie hat im Rahmen ihrer Doktorarbeit ein Verfahren entwickelt, das hilft, die bislang notwendigen Fischtests für die Umweltrisikoprüfung in Zulassungsverfahren von Industriechemikalien, Pestiziden, Bioziden und Pharmaka deutlich zu verringern. Dies könnte für das europäische Verfahren zur Zulassung von Chemikalien, REACh, von Bedeutung werden. In Vortragsblöcken und Postersitzungen werden auf der Tagung die Schwerpunkte chemische Umwandlungen und Verfrachtungen in Luft, Wasser und Boden, biologische Wirkungen in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen, Bioindikation, Risikobewertung, Umweltgesetzgebung und nachhaltig zukunftsverträgliche Konzepte der Chemiewirtschaft (sog. Nachhaltige Chemie) bearbeitet. Untersuchungen zu Umwandlung und Verfrachtung von Chemikalien in und zwischen Umweltkompartimenten umfassen Experimente im Labor, Probenahme während Messkampagnen oder im Rahmen von Messnetzen (sog. Monitoring) an Hotspots (z.B. Altlastenstandorten) oder an weniger belasteten Orten, Analytik im Labor oder auch im Feld und numerische Simulationen (d.h. Modellentwicklung und -anwendung). Unter Risikobewertung wird die Zusammenführung von Umweltexposition, biologischen Wirkungen und Schutzzielen verstanden. Die Tagung schließt mit der Prämierung der besten ausgestellten Poster. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie mit knapp 900 Mitgliedern. Anliegen dieser Fachgruppe ist u.a., alle an Umweltchemie und Ökotoxikologie interessierten Wissenschaftler und Praktiker zusammenzuführen und somit das gesamte Wissensgebiet voranzubringen. Die Fachgruppe will helfen, Kenntnislücken auszufüllen über Eintrag, Verteilung, Umwandlung und Verbleib von chemischen Stoffen in der Umwelt und über die Einwirkungen von Stoffen auf Lebewesen und Lebensräume. Den ganzen Artikel finden Sie: Weitere interessante Links finden Sie in der Rubrik Umweltanalytik auf analytik.de.
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