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Antibiotika aus Tierhaltung von Nutzpflanzen aufgenommen |
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Untersuchungen der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Manfred Grote, Universität Paderborn, Fakultät Naturwissenschaften, Department Chemie, Anorganische und Analytische Chemie beweisen erstmals lückenlos: Antibiotika aus der Tierhaltung werden nach der Ausbringung von Gülle auf Felder von Nutzpflanzen aufgenommen und können somit in die Nahrung gelangen. Infolge zunehmender Risiken durch Antibiotika-Resistenzen sind diese Ergebnisse von besonderer Bedeutung. Im Verlauf der dreijährigen Studie wurden zunächst Ferkel mit Chlortetracyclin und Sulfonamidpräparaten behandelt, die Ausscheidungen der Tiere zur Gülle vereinigt, in Behältern gelagert und, wie in der Landwirtschaft üblich, zur Düngung von Feldern verwendet. Winterweizen und Feldsalat wurden ausgesät und schließlich geerntet. Zusätzlich wurden Versuche in Hydrokultur durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen deutlich den Weg der Tierarzneimittel: Noch nach acht Monaten waren die ausgeschiedenen Arzneistoffe in der gelagerten Gülle aufzufinden und auch in den oberen Bodenschichten der biologisch gedüngten Felder. Bisher war es nicht gelungen, die Aufnahme von Antibiotika durch Nutzpflanzen aus güllegedüngtem Boden nachzuweisen. Die Analysen der erntereifen Pflanzen ergaben nun Antibiotikagehalte in Wurzeln und Grünanteilen. Im Korn des Winterweizens wurden Spurengehalte an Chlortetracyclin, ca. 50 µg/kg gefunden. Ob in der üblichen landwirtschaftlichen Praxis, besonders in Gebieten mit intensiver Tierhaltung, ähnliche Verbreitungswege der Tierarzneistoffe auftreten, wie unter den Bedingungen des Modellversuchs, sollen nachfolgende Untersuchungen zeigen. Antibiotika sind zur Bekämpfung der Infektionen von Mensch und Tier unverzichtbar. Die weltweit zunehmenden Risiken durch Antibiotika-Resistenzen können aber durch den Arzneimitteleinsatz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung verstärkt werden, wenn Antibiotikarückstände nicht nur in Lebensmitteln vom Tier sondern auch über Nutzpflanzen in die Nahrung gelangen. Die neuen Erkenntnisse aus den interdisziplinären Untersuchungen der Paderborner Arbeitsgruppe sind so ein wichtiger Beitrag für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news115367 Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (06/2005) Weitere interessante Links zum Thema Analytik finden Sie auf analytik.de.
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