|
Eine Methode, Körperzellen im lebenden Organismus beim Arbeiten zu beobachten, entwickelt jetzt die Firma LaVision gemeinsam mit ihrer Tochter LaVisionBioTec. Das Unternehmen arbeitet bei diesem Projekt mit der TU Braunschweig und der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) zusammen. Das Verfahren soll dazu führen, Stoffwechselprozesse und Erkrankungen auf zellulärer Ebene besser zu erforschen. Das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" hat dieses Projekt zur Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung empfohlen. Die Forscher wollen den Diabetes II, dem so genannten Altersdiabetes, erforschen. Daran leiden allein in Deutschland mehr als fünf Millionen Menschen. Bei dieser Erkrankung geben die Zellen der Bauchspeicheldrüse zu geringe Mengen des Hormons Insulin ab, das für die Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Um neue Therapieansätze zu entwickeln, müssen die Forscher die intrazellulären Signale entschlüsseln, die für die Freisetzung des Hormons verantwortlich sind. Mit ihrer Methode wollen die Forscher nun feststellen, welche Stoffe den Zellen in der Bauchspeicheldrüse die Botschaft übermitteln, mehr Insulin in den Blutkreislauf zu pumpen. Hierfür kombinieren sie zwei Bild gebende Verfahren: die dreidimensionale Zweiphotonenmikroskopie und die Messung der Fluoreszenzlebensdauer (FLIM). Auf dem Monitor erscheint dann ein Bild, auf dem die Verteilung der Signalübermittler in der Zelle und ihre momentane Aktivität zu sehen sind. In Vorversuchen wurde bereits nachgewiesen, dass diese Messungen in lebenden Zellen prinzipiell machbar sind. Bei ihren Untersuchungen sind sie aber an die Grenzen ihrer Computer gestoßen: "Bisher waren solche Messungen schlichtweg nicht möglich, weil die Rechner dies überhaupt nicht leisten konnten", sagt Dr. Matthias Gunzer, Forscher an der GBF in Braunschweig. Deswegen möchten die Wissenschaftler jetzt ein Auswertverfahren entwickeln, das den Computern weniger Kapazität abverlangt. Innerhalb von drei Jahren wollen LaVision und LaVision BioTec das Mikroskop zur Marktreife bringen. "In den Laboren forschender Arzneimittelhersteller und in der Grundlagenforschung wird diese Technologie eingesetzt werden", sagt Dr. Heinrich Spiecker, Geschäftsführer von La Vision BioTec. Von dem Erfolg der Entwicklung ist er bereits jetzt überzeugt: "Wir rechnen damit, dass sich unsere 3D-FLIM-Technologie zu einer Standardtechnik entwickeln wird." Den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news112731 Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (05/2005) Weitere interessante Links zum Thema Analytik finden Sie auf analytik.de.
|