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Fluoreszenzreader für die Zelldiagnostik


Prof. Dr. Herbert Schneckenburger von der Fachhochschule Aalen hat mit seiner Arbeitsgruppe ein Verfahren entwickelt, das es gestattet, Membranen lebender Zellen gezielt zu untersuchen, ohne diese bei der Messung zu beschädigen. Die eine Zelle umgebende Zellmembran ist nur wenige Nanometer dick und damit wesentlich dünner als andere Zellorganellen. Werden Zellen mit einem fluoreszierenden Marker versehen und mit einer Kamera optisch aufgenommen, standen die Membranen bisher sprichwörtlich im Schatten des sie überstrahlenden Zellinnern. In Zusammenarbeit mit Wolfgang Strauß vom Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik an der Universität Ulm machte sich nun der Professor im Studiengang Optoelektronik das Phänomen der Totalreflexion für eine schichtgenaue Zelldiagnostik zunutze.

Im Umkehrpunkt des Laserstrahles klingt bei der Totalreflexion das elektromagnetische Feld jenseits des Reflexionsmediums exponentiell ab. Diese Energie ist recht gering, reicht aber aus, um markierte Substanzen zum Fluoreszieren zu bringen. Da das Feld aufgrund seiner geringen Energie nicht sonderlich tief in die Substanz eindringt, wird im Falle einer organischen Zelle nur deren Membran angeregt. Die fluoreszierende Membran wird dann in Abhängigkeit von der Eindringtiefe des elektromagnetischen Feldes fotografiert. Aus den Aufnahmen wiederum lassen sich beispielsweise wesentliche Erkenntnisse über Aufbau und Zusammensetzung der Membran lebender Zellen gewinnen.

Der TIR Fluoreszenzreader eignet sich für die Diagnostik lebender Organellen sowie für das Screening pharmazeutischer Wirkstoffe. Das Verfahren ist bereits auf reges Interesse der pharmazeutischen sowie der optischen Industrie gestoßen. Aufgrund der simultanen Anregung der Proben lassen sich Veränderungen in der Zellstruktur, die durch Krankheiten, bestimmte Medikamente oder durch einen hohen Cholesteringehalt bedingt sind, schnell visuell erfassen.

Den ganzen Artikel finden Sie unter:

http://idw-online.de/pages/de/news109721

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (04/2005)

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