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Acrylamid in Lebensmitteln: Ergebnisse der 64. JECFA-Sitzung |
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Neue Ergebnisse bei der 64. JECFA-Sitzung in Rom Auf der 64. Sitzung des Joint FAO-WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) wurde das gesundheitliche Risiko von Acrylamid in Lebensmitteln neu bewertet. JECFA kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie das BfR in früheren Risikobewertungen. Basierend auf neu vorgelegten Daten aus 17 Nationen berechnete das Komitee, in welchem Umfang Verbraucher Acrylamid mit der Nahrung aufnehmen. Darüber hinaus wurden Empfehlungen für das weitere Vorgehen gegeben. Das BfR sieht sich durch den Bericht von JECFA in seiner Position zu Acrylamid in Lebensmitteln bestätigt. Allerdings liegt inzwischen eine breitere Datenbasis hinsichtlich der Exposition (der Menge, mit der der Verbraucher in Kontakt kommt) gegenüber Acrylamid vor. So haben beispielsweise 17 Nationen Daten zur Aufnahme des Stoffes geliefert. Daraus berechnete das Komitee für den durchschnittlichen Verbraucher eine Acrylamidaufnahme über Lebensmittel von etwa einem Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht (= 1 µg/kg KG) pro Tag und etwa 4 µg/kg KG pro Tag für den Hochverzehrer. Verglichen mit einem im Tierversuch ermittelten „no observed effect level“ (NOEL = Dosis, für die kein Effekt beobachtet werden kann) im Hinblick auf Nervenschädigungen ergibt sich nach JECFA ein vergleichsweise geringer Abstandsfaktor (Margin of Exposure). Demnach ist nicht auszuschließen, dass es bei Personen, die über Lebensmittel große Mengen an Acrylamid aufnehmen, zu Veränderungen der Nervenzellen kommen könnte. Besorgnis erregte vor allem der für eine erbgutschädigende, krebserregende Substanz geringe Abstandsfaktor von 75 zwischen der im Tierversuch ermittelten so genannten „unteren Vertrauensgrenze“ (benchmark dose lower confidence limit, BMDL) für Brusttumorbildung und der Aufnahmemenge von Acrylamid durch Hochverzehrer. Deshalb fordert JECFA weitere Anstrengungen, um den Acrylamidgehalt in Lebensmitteln zu reduzieren. Darüber hinaus empfiehlt das Komitee in seinem Bericht eine Neubewertung von Acrylamid vorzunehmen, sobald Ergebnisse der gegenwärtig laufenden Karzinogenitätsstudie sowie der Langzeitstudie zur Neurotoxizität (Nervenschädigung) vorliegen. Im Kern bestätigt die Bewertung von JECFA die Einschätzung des BgVV/BfR hinsichtlich des Risikos, das von Acrylamid für den deutschen Verbraucher ausgeht. Das BfR ist der Ansicht, dass – basierend auf dem aktuellen Bericht der JECFA – die in Deutschland veranlassten Minimierungsmaßnahmen fortgesetzt werden sollten. Außerdem sollte in der Europäischen Kommission darauf hingewirkt werden, dass auch in anderen EG-Mitgliedstaaten ähnliche Risikominimierungen vorgenommen werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde von JECFA im Internet als Draft publiziert: ftp://ftp.fao.org/es/esn/jecfa/jecfa64_summary.pdf Ein ausführlicher Bericht über die 64. Sitzung wird in Kürze auf der Website der JECFA (http://www.fao.org/es/ESN/jecfa/whatisnew_en.stm) veröffentlicht. Den ganzen Artikel als pdf-Dokument finden Sie unter: http://www.bfr.bund.de/ Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (04/2005) Weitere interessante Links zum Thema Analytik finden Sie auf analytik.de
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