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Erster Preis für Entwicklung neuartiger Gassensorsysteme

Der mit 5000 Euro dotierte erste Preis beim bundesweiten Wettbewerb für Gebäudesicherheit und -komfort innovartio ging an Thomas Kammerer vom Lehrstuhl für Messtechnik an der Universität des Saarlandes für seine Arbeit GaSTON (Gas Sensor T-Cycle Operating Unit), einem universellen Werkzeug zur Entwicklung neuartiger Gassensorsysteme. Bislang werden bei sog. "künstlichen Nasen" einzelne Sensoren unterschiedlicher Selektivität zu einem Sensorarray zusammengefasst. Nach einem Training der künstlichen Nase können aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Sensorreaktionen Rückschlüsse auf aktuell vorhandene Gase gezogen werden. Die Innovation GaSTON verwendet dagegen das Prinzip des virtuellen Multisensors, bei dem ein einziger Sensor im zyklischen Temperaturbetrieb die Funktion mehrerer Einzelsensoren nachbildet. Durch die temperaturabhängige Empfindlichkeit der Sensorschicht kann der Informationsgehalt der Sensorsignale durch Einstellung unterschiedlicher Betriebstemperaturen gesteigert werden.
Ähnlich wie bei herkömmlichen Sensorarrays kann dadurch die Selektivität des gesamten Sensorsystems erhöht werden. Mit Hilfe von GaSTON lassen sich somit sowohl der Leistungsverbrauch als auch der gerätetechnische Aufwand bei Gasmessungen reduzieren. Darüber hinaus ermöglicht die Innovation bei Verwendung neuartiger mikrostrukturierter Gassensoren eine erhebliche Steigerung der Klassifizierungsgeschwindigkeit.
Anwendbar ist GaSTON in fast jedem Bereich, in dem schnelle Aussagen über die vorhandenen Gaskomponenten erforderlich sind. Beispielhaft hierfür ist insbesondere die Detektion von brennbaren oder explosiven Gasen im Bergbau oder die Erkennung von giftigen Gasen im intelligenten Brandmelder im Rahmen der Sicherheitstechnik. Weitere denkbare Einsatzfelder sind die Komforttechnik (z.B. Steuerung einer Lüftungsklappe im PKW), die Prozessanalyse in der Lebensmittelindustrie und die Medizintechnik (z.B. bei der Lungenkrebserkennung).

http://www.uni-saarland.de/de/medien/2004/12/1101891305

Quelle: Universität des Saarlandes (12/2004)

 
 
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