| Schimmelpilz in Wohnungen und Weichmacher als Umweltgift |
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Hygiene-Experten diskutieren nicht abgehoben, sondern alltagsbezogen Auf der 12. Konferenz der Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin (GHU) am Universitätsklinikum in Halle (Saale) tauschen Wissenschaftler und Forscher neueste Daten und Erkenntnisse aus. Gerade im Themenbereich Raumluft-Hygiene und Umwelttoxikologie geht es dabei um Probleme, die jeden Haushalt betreffen: kann man versteckte Schimmelpilze finden, ohne Wände aufzustemmen? Sollten Weichmacher nicht nur in Spielzeugen, sondern auch in Lebensmittelverpackungen verboten werden? Gastgeber der 12. Konferenz der Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin (GHU), die vom 3. bis 5. Oktober 2004 gemeinsam mit der 8. Konferenz der International Society of Environmental Medicine (ISEM) stattfindet, ist das Institut für Hygiene am Klinikum der Medizinischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg. Frau Professor Marianne Borneff-Lipp, Direktorin des Instituts, hat mit ihren Mitarbeitern ein Programm entwickelt, das sich auf drei Themengebiete konzentriert: Wasserhygiene, Infektionsreservoire im Krankenhaus sowie Umwelttoxikologie. Alle Fragen der Umwelttoxikologie kann man an drei Tagen wohl kaum erfassen. Deshalb haben die Wissenschaftler Schwerpunkte gesetzt. Einer davon ist der Schimmelpilzbefall in Wohnungen. Schimmelschäden stehen unter Verdacht, Mitverursacher allergischer und toxischer Reaktionen zu sein. Betroffene Hausbewohner sind deshalb zu recht besorgt und es kommt immer wieder zu alarmierenden Meldungen. Doch wissenschaftlich sind viele Frage ungeklärt. Wie hoch ist der Schimmelpilzbefall in deutschen Haushalten tatsächlich? Welche Risiken sind vorhanden und welche Gegenmaßnahmen sinnvoll?
Besonders große Sorgen macht der verdeckte Schimmelpilzbefall: wer will schon eine Wand aufstemmen oder eine Decke aufreißen, nur um zu sehen, ob sich dort Schimmelpilze angesiedelt haben. Seit einiger Zeit entwickeln Forscher deshalb Nachweisverfahren, den Schimmelpilzbefall durch Indikatoren in der Raumluft aufzudecken. Größte Aufmerksamkeit gilt der Gruppe der MVOC (microbial volatile organic compounds), der mikrobiell produzierten flüchtigen organischen Verbindungen. Beim Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien entstehen gasförmige Stoffe mit einem typischen schimmeligen Geruch, der bei schwerem Schimmelbefall sehr gut wahrnehmbar ist. Bei verdecktem Befall ist unsere Nase jedoch oft nicht sensibel genug und für einen Rechtsstreit ist der subjektive Eindruck "das riecht hier so komisch" sicherlich auch keine Basis. Auf der Konferenz in Halle werden die Wissenschaftler über chemisch nachweisbare, eindeutige Marker zum Schimmelbefall diskutieren. Eine Studie in Berlin hat acht ausgewählte MVOC untersucht und keine statistisch relevanten Korrelationen zwischen ihrer Raumluftkonzentration und dem Schimmelpilzbefall feststellen können. Die Hoffnungen richten sich jetzt auf (1-3)-beta-D-Glukane. Diese endotoxinähnlichen Zellwandbestandteile der Schimmelpilze stehen im Verdacht, Entzündungen zu verursachen. Auch sie überwinden Barrieren wie Tapeten oder Raumverkleidungen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert ein Projekt, (1-3)-beta-D-Glukane systematisch und quantitativ zu erfassen, und einen Test zu entwickeln, der für Routineuntersuchungen geeignet ist. Ein einfaches Messinstrument soll keimfähiges und nicht keimfähiges Material von Schimmelpilzen rasch und effizient nachweisen. Weichmacher - eine harte Nuss Weitere Informationen http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=86307
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