Home
Freitag, 10. Februar 2012
 
 
analytica 2012
analytik.de
analytik.de - news
Prozessanalytik lohnt schon ab einer Messung pro Tag

Schon ab einer Analyse pro Tag ist die Prozessanalysen-Messtechnik meist preiswerter als die Analyse im Labor. Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich der Kosten, die die Geschäftseinheit Mess-, Steuer-, Regel- und Analysentechnik von Infraserv Höchst Technik für neun verschiedene Messverfahren erstellte. Zwar sind die Vorteile der Prozessanalytik vielen Anwendern bekannt, doch ist die Scheu vor hohen Investitions- und Umrüstkosten oft noch groß. Ansätze zur Wirtschaftlichkeitsrechnung sind dringend gefragt und könnten neue Impulse für diese Technologien setzen.

Die kontinuierliche Erfassung von Stoffkonzentrationen dient vor allem der optimalen Prozessführung, aber auch der Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie dem Umweltschutz. Manches Chemie-/Pharma-Unternehmen gibt bis zu vier Prozent der Produktionskosten für prozessbegleitende Analytik aus. Ein großer Teil davon wird nach wie vor in Betriebs- oder Auftragslabors abgewickelt. Und dies obwohl heute fast alle Analysenmethoden, die im Labor eingesetzt werden, auch im Prozess verwendet werden können.

Die größten Vorbehalte gegen Prozessanalytik, sind die Unklarheit über die Kosten. Wann lohnt sich für einen bestimmten Prozess und bei individuellen Anforderungen an die Qualität der Messergebnisse die Investition in Prozessanalytik? Daten, die diese Frage beantworten helfen, sind sowohl für die Planung neuer also auch die Optimierung bestehender Anlagen von großem Wert. Auf der Basis mehrjähriger Erfahrungswerte sowie aus der Zusammenarbeit mit chemischen und pharmazeutischen Unternehmen stellte das Analyse-Team deshalb die Kostenbeiträge für neun verschiedene Messverfahren gegenüber.

Dabei wurden für die Laboranalytik die Kostenbeiträge eines Jahres für Probenahme, Probentransport, Laborantenstunden bzw. Analysenkosten, Zeitaufwand für die Eingabe ins Betriebsdatensystem sowie die Entsorgung der Probe addiert. Sie wurden mit dem jährlichen Aufwand für Abschreibungen und Zinsen von Planung und Errichtung der Messstelle, den anteiligen Nutzungskosten für den Analysengeräteraum sowie den laufenden Kosten für Wartung, Inspektion, Reparatur, Verbrauchs- und Reparatur-Material der Prozessanalysen-Messtechnik verglichen.

Die Ergebnisse
Rund 70 Prozent der Lebensdauerkosten von Prozessanalysen-Messtechnik entfallen auf die Instandhaltung. Die Anschaffungskosten machen demgegenüber nur einen relativ kleinen Anteil aus. Wesentliche Ansatzpunkte für eine Kostenoptimierung liegen vielmehr im Maintenance-Bereich. Ein zweites Ergebnis bestätigte einen kostenmäßigen, deutlichen Vorteil der Online-Verfahren, insbesondere für die Mehrkomponenten Gas- und Flüssiganalyse, Einkomponenten Gasanalyse sowie DOC von Reinstwasser (ppb-Bereich) bei durchschnittlich einer Messung pro Tag. Der Break-Even liegt für pH-Messungen, Mehrkomponenten Gasanalyse und DOC von Reinstwasser bereits bei etwa drei Messungen pro Woche. Bei der Einkomponenten Gasanalyse lohnt sich die Online-Analytik schon ab annähernd zwei Messungen pro Woche.

Ausblick und Herausforderungen
Es wurden zunächst nur die direkten Kosten verglichen, weil sich diese präzise quantifizieren lassen. Nicht berücksichtigt wurden Aspekte wie die Verbesserung von Prozess- und Produktqualität durch schnellere Informationsgewinnung und Anlagensteuerung oder die Reduktion von Totzeiten und den damit verbundenen Opportunitätskosten. Prozessanalysenmesstechnische Einrichtungen ermitteln auch an Wochenenden und Feiertagen Stoffkonzentrationen, ohne dass Schichtdienst erforderlich ist. Zeit- und Qualitätsverluste durch Labor- oder Probenahmefehler sind minimiert. In den kommenden Jahren sind technologische Verbesserungen innerhalb der Prozessanalysen-Messtechnik zu erwarten, die diese Vorteile noch verstärken werden.

Die zentrale Aufgabe ist, die Beratungs-, Planungs- und vor allem die Maintenance-Leistungen so zu optimieren, dass der Break Even-Punkt für die Online-Analytik weiter gesenkt und so die Leistungsfähigkeit der Kunden weiter erhöht wird. Dabei profitiert Infraserv Höchst Technik nicht nur von der langjährigen Erfahrung und Herstellerunabhängigkeit, sondern vor allem auch von der Möglichkeit, gewerkeübergreifend integrierte und hochqualifizierte Service-Pakete zu schnüren. So gehört heute nicht nur die Prüfung und Optimierung der Prozessanalysen-Messtechnik sowie die Beratung von Anlagen- und Prozessplanern zum Aufgabenbereich von Infraserv Höchst Technik. Das Team ist auch in der Lage, die Empfehlungen kundenorientiert umzusetzen. Von der Sonderfertigung über die Prüfung, Kalibrierung, Wartung und Instandsetzung von Mess-, Steuer- und Regeltechnik bis hin zu komplexen Systemleistungen im Instandhaltungsbereich.

Der Originalartikel als Word-Dokument:

http://content.infraserv.com/download/news/04-20-Hannovermesse-PM-IHt-Prozessanalysen.doc

Quelle: Infraserv Höchst (05/2004)

Meldungen-Archiv
 
 
  Top
LogIn