Home arrow Meldungen
Freitag, 19. Juli 2019
 
 
analytik.de
analytik.de - news
Foto des Monats
Bild des Monats
Meldungen
Neue Einblicke in das Ribosom-Recycling mit dem Enzym ABCE1
ImageRibosomen sind molekulare Maschinen, die in der Zelle Proteine erzeugen. Nach getaner Arbeit müssen Ribosome wieder funktionstüchtig gemacht werden. Dieser Prozess ist entscheidend für die Qualitätskontrolle der erzeugten Proteine und somit für die gesamte Zell-Homöostase und entwicklungsbiologische Prozesse. Biochemiker der Goethe Universität und Biophysiker der LMU München haben nun einem der entscheidenden Enzyme für die Ribosmon-Wiederverwertung, ABCE1, bei der Arbeit zugeschaut und gezeigt, dass es strukturell unerwartet wandelbar ist.

An Ribosomen wird die genetische Information von der Boten-RNA abgelesen und in Proteine übersetzt. Wenn sie ein Protein erzeugt haben, aber auch, wenn fehlerhafte Proteine im Ribosom steckenbleiben, müssen die Ribosomen „recycelt“ werden, so dass sie für eine neue Syntheserunde funktionsfähig sind. In allen Organismen (außer in Bakterien) koordiniert das Enzym ABCE1 diesen Vorgang, bei dem die Ribosomen in ihre beiden Untereinheiten zerlegt werden. Der Biochemiker Robert Tampé und der LMU-Biophysiker Thorben Cordes haben in Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Groningen (Niederlande) gezeigt, dass ABCE1 drei räumliche Konformationen einnimmt, um das Recycling voranzutreiben. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Cell Reports.

Das Enzym ABCE1 kann ATP, die Energiewährung der Zelle, spalten und die dabei gewonnene Energie zur Trennung der beiden Ribosomen-Untereinheiten nutzen. „Jüngste strukturelle und funktionelle Daten haben gezeigt, dass dabei ein Konformationswechsel des Enzyms, also eine Änderung seiner räumlichen Struktur, für die vielfältigen Funktionen von ABCE1 unerlässlich ist“, sagt Cordes. Sein Team hat nun mit einem integrierten Versuchsansatz – unter anderem mithilfe der sogenannten Einzelmolekül-FRET-Methode – die Formvariabilität von ABCE1 auf der Ebene einzelner Molekülebene direkt beobachtet.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die beiden ATP-Bindestellen von ABCE1 drei Konformationen einnehmen können, die sich in einem dynamischen Gleichgewicht befinden: offen, intermediär und geschlossen. Die Interaktion von ABCE1 mit dem Ribosom und das zur Verfügung stehende ATP beeinflussen die strukturelle Dynamik beider ATP-Stellen. So entsteht ein komplexes Netzwerk unterschiedlicher Zustände, wobei Ribosom und ATP das Gleichgewicht in Richtung der geschlossenen Formen verschieben.

„Wir gehen davon aus, dass die Konformationen funktionell unterschiedliche Rollen bei der Ribosomenspaltung, aber auch für die anderen vielfältigen Funktionen von ABCE1 haben“, sagt Cordes. „Das Ribosom-Recycling wird von einer außergewöhnlich komplexen und konservierten Maschinerie mit bisher ungeahnter medizinischer Bedeutung dirigiert“ ergänzt Robert Tampé.


Den Artikel finden Sie unter:

https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-31k-Superfood-oft-Augenwischerei.php

Quelle: Goethe-Universität Frankfurt am Main (07/2019)


Publikation:
Giorgos Gouridis, Bianca Hetzert, Kristin Kiosze-Becker, Marijn de Boer, Holger Heinemann, Elina Nürenberg-Goloub, Thorben Cordes, Robert Tampé:
ACBE1 controls ribosome recycling by an asymmetric dynamic conformational equilibrium, in: Cell Reports 2019 DOI: 10.1016/j.celrep.2019.06.052
https://doi.org/10.1016/j.celrep.2019.06.052
 
Superfood – oft Augenwischerei
ImageSchlank, fit und vor allem gesund – wer möchte das nicht sein? Dabei sollen „Superfoods" helfen. So bezeichnet die Werbung Lebensmittel, die aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein sollen. Häufig handelt es sich um exotische Pflanzen, wie Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren, oft in getrockneter Form, als Püree oder Extrakt. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken – auch vor Krebs sollen diese Alleskönner schützen. Was ist so super am Superfood? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt Antwort.

Tatsächlich gibt es experimentelle Studien, die den Nährstoffen von einigen Superfoods positive Eigenschaften bescheinigen. Viele Wissenschaftler sind dennoch kritisch. Denn die Studien wurden nur an Zellen oder Tieren durchgeführt und untersuchen meist nur einzelne Wirkstoffe, nicht aber das Lebensmittel als Ganzes. Der Begriff Superfood ist eine Erfindung der Marketingabteilungen und suggeriert beim Verbraucher eine ganz besonders hohe Qualität. Der Begriff ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert – jedes Produkt kann mit dem Label Superfood versehen werden. Ein weiterer Grund, um misstrauisch zu sein.

Skepsis ist angebracht
Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums differenziert: „Einzelne Lebensmittel, die unter "Superfoods" laufen, wie etwa exotische Früchte, können zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Dass sie aber vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage." Der Krebsinformationsdienst verfügt über eine umfassende Datenbank, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkrankung Krebs, zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie enthält. „Wir wüssten, wenn es dazu aussagekräftige Studienergebnisse gäbe", so Weg-Remers weiter. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-420 30 40 beantworten Ärztinnen und Ärzte täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr alle Fragen zum Thema Krebs. Alternativ können sich Ratsuchende auch per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können   an den unabhängigen Dienst richten.

Warum in die Ferne schweifen?
Auch einheimische Pflanzen haben einen hohen Nähr- und Wirkstoffgehalt und könnten daher als Superfood bezeichnet werden, zum Beispiel Grünkohl, Rote Bete und einheimische Beeren oder Karotten, Zwiebel und Äpfel – sie alle liefern gesundheitsfördernde Nährstoffe. Für ausreichend Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte und Leinsamen. Der Vorteil dieser Lebensmittel vor der Haustür: Sie sind oft kostengünstiger und ihre Herkunft ist nachvollziehbar. Superfood-Produkte kommen oft aus dem fernen Ausland, sind teuer und werden über das Internet vertrieben. Anstatt sich ernährungstechnisch auf eine Handvoll exotischer Lebensmittel zu verlassen, von denen behauptet wird, sie seien „super", ist es besser, auf die ganze Bandbreite des hiesigen Obst- und Gemüseangebots zu setzen. So das Fazit des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC).

Schützende Effekte ganz ohne Superfoods
Auch zum Schutz vor Krebs und anderen chronischen Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen empfiehlt sich eine Ernährung vorwiegend aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Der europäische Kodex zur Krebsbekämpfung gibt folgende Empfehlungen:

    Täglich mindestens 400 g Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
    Möglichst täglich Getreideprodukte aus Vollkorn
    Zucker- und fettreiche Speisen meiden
    Möglichst keine zuckerhaltigen Getränke
    Pro Woche weniger als 500 g Fleisch. Möglichst kein verarbeitetes Fleisch
    Fertiglebensmittel meiden
    Maximal 6 g Salz am Tag


Den Artikel finden Sie unter:

https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-31k-Superfood-oft-Augenwischerei.php

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (07/2019)
 
Hohe Konzentrationen von Spurenelementen in heimischen Pilzen entdeckt
ImageDie Pilzsaison ist eröffnet. Was in Steinpilz, Parasol & Co. alles steckt, haben ChemikerInnen der Universität Graz untersucht und dabei festgestellt: Pilze reichern Spurenelemente aus dem Boden generell stark an, wobei jede Art ihre eigenen „Vorlieben“ hat. Durch den Verzehr gelangen die Mineralstoffe und Schwermetalle in den Körper. Einige davon sind für den Organismus essenziell, andere potenziell schädlich. Den Appetit sollte man sich jedenfalls nicht verderben lassen. „Saisonal und in Maßen genossen sind unsere Speisepilze unbedenklich“, sagt Walter Gössler, Leiter der Arbeitsgruppe Analytische Chemie für Gesundheit und Umwelt und selbst begeisterter Schwammerlsucher.

Im Rahmen eines vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekts analysierten Walter Gössler und Simone Bräuer vom Institut für Chemie der Universität Graz gemeinsam mit KollegInnen aus Tschechien über eintausend Proben von rund 230 heimischen Pilzarten. Im Visier hatten die ForscherInnen vor allem Arsen, dessen anorganische Verbindungen zu einer chronischen Vergiftung führen, wenn sie über einen längeren Zeitraum in hohen Konzentrationen aufgenommen werden.

Da Pilze alle Spurenelemente stark anreichern, weisen viele auch einen hohen Arsen-Gehalt auf. „Unsere Analysen ergaben, dass etliche Spezies den Grenzwert von 0,2 Milligramm anorganisches Arsen pro Kilogramm, den die EU für Reis festgelegt hat, überschreiten“, berichtet Gössler. Ein Grund zur Sorge sei das dennoch nicht, solange Pilze in den üblichen Mengen verzehrt werden, meinen die ForscherInnen. „Nur der Kronenbecherling, der roh zwar stark giftig ist, aber von manchen Menschen trotzdem nach Abkochen und Wegschütten des Kochwassers gegessen wird, sollte gemieden werden, da er eine außergewöhnlich hohe Gesamtarsen-Konzentration – von bis zu einem Prozent des getrockneten Pilzes – aufweist“, warnt der Chemiker.

Neben Arsen suchten die ForscherInnen nach weiteren Spurenelementen in ihren Proben. Dabei entdeckten sie, dass jede Pilzart ihr eigenes, typisches Spurenelemente-Profil hat: „Der Steinpilz speichert relativ viel Selen und Quecksilber. In Eierschwammerl findet sich etwas mehr Kobalt als bei den meisten anderen Spezies“, berichtet Simone Bräuer. Der Dritte im Bunde der in Österreich beliebtesten Speisepilze erwies sich aus chemischer Perspektive als recht unspektakulär: „Der Parasol liegt bei allen Elementen im Mittel“, so Bräuer.

Unterschiedlich hoch sind die Konzentrationen auch in den verschiedenen Teilen des Pilzes. Am stärksten reichern sich die Spurenelemente in den Röhren unter der Kappe an. „Um möglichst wenige potenziell schädliche Stoffe zu sich zu nehmen, empfiehlt es sich, nur Stiel und Kappe zu verzehren“, rät Gössler. Eine andere Möglichkeit wäre, nur Kulturpilze zu essen. Da sie auf spurenelementarmen Substraten gezüchtet werden, weisen sie eine wesentlich geringere Anreicherung auf.


Den Artikel finden Sie unter:

https://news.uni-graz.at/de/detail/article/reiche-schwammerl/

Quelle: Karl-Franzens-Universität Graz (07/2019)


Publikation:
Arsenic species in mushrooms, with a focus on analytical methods for their determination – A critical review
SimoneBraeuer, WalterGoessler
Analytica Chimica Acta, Volume 1073, 27 September 2019, Pages 1-21

 
Parkinson: Studie bringt oxidativen Stress mit der Ausbreitung anormaler Proteine in Verbindu´ng
ImageBei der Parkinson-Erkrankung verbreiten sich anormale Proteine im Gehirn. Oxidativer Stress könnte dafür eine treibende Kraft sein. So lautet das Ergebnis aus Laborstudien von Forschern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Ergebnisse sind im „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht.

Der Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die sowohl mit motorischen als auch mit nicht-motorischen Symptomen einhergeht. Die möglichen Auswirkungen reichen von Muskelzittern und einer Verlangsamung der Bewegungsabläufe bis hin zu Schlafstörungen und Depressionen. Auf mikroskopischer Ebene ist die Erkrankung dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren von Nervenzellen ungewöhnliche Ablagerungen auftreten. Diese entstehen durch Anhäufung eines Proteins namens „Alpha-Synuclein“. Im Laufe der Erkrankung erscheinen diese Ablagerungen nach und nach in verschiedenen Hirnregionen und tragen so dazu bei, dass der Schweregrad der Erkrankung allmählich zunimmt. Die Mechanismen hinter dieser Entwicklung sind wenig verstanden. Studien von Wissenschaftlern des DZNE zeigen nun: Bei der krankhaften Ausbreitung von Alpha-Synuclein könnte „oxidativer Stress“ – die übermäßige und unkontrollierte Produktion aggressiver Sauerstoffverbindungen – eine wichtige Rolle spielen. Die Ergebnisse beruhen auf Untersuchungen an Mäusen und Experimenten an Zellkulturen.

„Oxidativer Stress gilt seit langem als Teil der Pathogenese der Parkinson-Erkrankung. Unsere Arbeit offenbart jedoch einen neuen interessanten Mechanismus, der oxidativen Stress mit der Krankheitsentwicklung in Verbindung bringen kann. Wir zeigen, dass unter oxidativem Stress die Neigung von Alpha-Synuclein, von einem Neuron zum anderen zu gelangen, deutlich erhöht ist. Das kann zu dem Austausch schädlicher Proteinformen, dem Auftreten von Krankheitsmerkmalen und deren Verbreitung im Gehirn führen“, so Prof. Donato Di Monte, Arbeitsgruppenleiter am DZNE und Leiter der aktuellen Studie.

Er ergänzt: „In unserer Studie haben wir oxidativen Stress in Labormodellen künstlich hervorgerufen. Es ist jedoch bekannt, dass im Gehirn von Menschen mit Parkinson eine erhöhte Produktion schädlicher Sauerstoffspezies auftreten kann. Dafür kann es diverse Ursachen geben, wie etwa genetische Mutationen und Umweltbelastungen. Auch könnte die erhöhte Produktion mit dem Alterungsprozess selbst zusammenhängen. Denn einige der zellulären Mechanismen, die oxidativem Stress entgegensteuern, lassen mit dem Alter nach. Parkinson ist eine altersassoziierte Erkrankung. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Hirnzellen mit dem Alter anfälliger werden für krankhafte Prozesse, die mit oxidativem Stress einhergehen.“

Versuchssituation

Di Monte und Kollegen untersuchten Mäuse, deren Hirnzellen das Protein Alpha-Synuclein im Übermaß produzierten. Konkret geschah die Überproduktion in einem bestimmten Bereich des Hirnstamms, der „dorsale Medulla oblongata“ genannt wird. Hier ist die Alpha-Synuclein-Pathologie bei Parkinson besonders ausgeprägt. Die Forscher konnten bei ihren Untersuchungen oxidativen Stress, die Entstehung kleiner Aggregate von Alpha-Synuclein (sogenannte Oligomere) und Schäden an Nervenzellen nachweisen. Zudem führte die erhöhte Produktion von Alpha-Synuclein dazu, dass das Protein von der Medulla oblongata zu Nervenzellen in benachbarten Hirnregionen gelangte und auch dort krankhafte Veränderungen auftraten. Auch zeigte sich: Die Alpha-Synuclein-Pathologie verschärfte sich und sie verbreitete sich stärker im Gehirn, wurde den Mäusen ein Mittel („Paraquat“) verabreicht, das bekanntermaßen oxidativen Stress herbeiführen kann.

„Unsere Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass eine erhöhte Belastung mit Alpha-Synuclein und oxidativer Stress einen Teufelskreis hervorrufen können“, so Di Monte. „Oxidativer Stress könnte die Entstehung von Alpha-Synuclein-Aggregaten fördern, die wiederum oxidativen Stress verstärken. Wenn sich dieser toxische Vorgang von Nervenzelle zu Nervenzelle ausbreitet, könnte er immer mehr Hirnregionen erfassen und so zur Krankheitsentwicklung und zum Verlust von Nervenzellen beitragen.“

Anormale Proteine

Warum kommt es bei oxidativem Stress dazu, dass Alpha-Synuclein vermehrt von Nervenzelle zu Nervenzelle übertragen wird? Die Ursachen dafür sind nicht völlig verstanden. Weitere Analysen des Teams um Di Monte, einschließlich Untersuchungen an Zellkulturen, zeigten jedoch, dass infolge von oxidativem Stress anormale Varianten des Proteins Alpha-Synuclein entstanden und sich ansammelten. Diese ungewöhnlichen Proteinarten waren chemisch modifiziert (oxidiert und nitriert) und erwiesen sich als besonders mobil - mit der Tendenz, sich von Nervenzelle zu Nervenzelle auszubreiten.

„Die Identifizierung toxischer Arten von Alpha-Synuclein mit hoher Affinität zur Aggregation und Verbreitung hat wichtige Bedeutung“, sagt Di Monte. „Solche Proteine könnten Ansatzpunkte für Behandlungsmaßnahmen sein, die die Krankheitsentwicklung im frühen Stadium verhindern und/oder dem Fortschreiten der Pathologie in späteren Krankheitsstadien entgegenwirken könnten.“


Den Artikel finden Sie unter:

https://www.dzne.de/aktuelles/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/presse/detail/morbus-parkinson-studie-bringt-oxidativen-stress-mit-der-ausbreitung-anormaler-proteine-in-verbindu/


Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) (07/2019)


Publikation:
„Oxidative stress in vagal neurons promotes parkinsonian pathology and intercellular ?-synuclein transfer“, Ruth E. Musgrove et al., Journal of Clinical Investigation (2019), DOI: 10.1172/JCI127330

 
Geschäftszahlen 1. Halbjahr 2019: Sartorius setzt zweistelliges Wachstum fort


19.07.2019
  • Konzernumsatz +15,9%; Auftragseingang +18,7%; Gewinnmarge 26,6%
  • Hohe Wachstumsdynamik in der Sparte Bioprocess Solutions, moderate Entwicklung der Sparte Lab Products & Services
  • Prognose für 2019 angehoben

Sartorius, ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie, ist im ersten Halbjahr 2019 deutlich zweistellig bei Umsatz, Auftragseingang und Ertrag gewachsen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sowie der positiven Aussichten für das zweite Halbjahr in der Bioprocess Solutions-Sparte erhöhte die Unternehmensleitung ihre Finanzziele für das Gesamtjahr.

?Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit dem Verlauf des ersten Halbjahres, wobei die beiden Sparten eine unterschiedliche Wachstumsdynamik zeigen?, sagte Konzernchef Dr. Joachim Kreuzburg. ?Während sich das Wachstum im Laborgeschäft in dem derzeitigen unsicheren und schwächeren konjunkturellen Umfeld vor allem zum Ende des zweiten Quartals verlangsamte, war das Momentum bei Bioprocess Solutions unverändert sehr hoch. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung sind wir sehr zuversichtlich und erwarten für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 10% bis 14% anstelle der bisher prognostizierten 7% bis 11%.?

Bereinigt um Wechselkurseffekte erhöhte sich der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 15,9% auf 894,7 Mio. Euro (nominal: +18,0%), der Auftragseingang stieg um 18,7% auf 974,3 Mio. Euro (nominal: +20,7%).

Der operative Ertrag (underlying EBITDA) legte überproportional zum Umsatz um 25,4% auf 237,6 Mio. Euro zu (VJ: 189,5 Mio. Euro); die entsprechende Marge lag mit 26,6% ebenfalls über dem Vorjahreswert von 25,0%. Etwa ein Prozentpunkt dieses Anstiegs entfiel erwartungsgemäß auf den im Jahr 2019 erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Das maßgebliche Periodenergebnis verzeichnete ein Plus von 27,3% auf 101,5 Mio. Euro (VJ: 79,8 Mio. Euro), was einem Gewinn je Stammaktie von 1,48 Euro (VJ: 1,16 Euro) sowie einem Gewinn je Vorzugsaktie von 1,49 Euro (VJ: 1,17 Euro) entspricht.

Geschäftsentwicklung in den Regionen

Sartorius ist in allen Regionen zweistellig gewachsen: Mit einem Umsatzanstieg von 19,9% auf 224,5 Mio. Euro verzeichnete die Region Asien | Pazifik die dynamischste Entwicklung, gefolgt von der Region Amerika, die ihre Umsätze um 18,9% auf 308,2 Mio. Euro steigern konnte. Auch in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), auf die weiterhin der größte Anteil des Konzernumsatzes entfiel, expandierte das Unternehmen mit einem Plus von 11,4% auf 362,0 Mio. Euro deutlich.

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern

Der Sartorius Konzern ist bilanziell und finanziell weiter sehr solide aufgestellt. Der dynamische Verschuldungsgrad ging im Berichtszeitraum im Vergleich zum 31. Dezember 2018 von 2,4 auf 2,3 zurück. Die Investitionsquote, die sich im zweiten Halbjahr nach Abschluss mehrerer größerer Expansionsprojekte weiter verringern dürfte, lag nach den ersten sechs Monaten erwartungsgemäß bei 12,8% (VJ: 13,2%).2) Die Eigenkapitalquote verringerte sich vorrangig aufgrund der Änderung einer Bilanzierungsregel1) leicht von 38,5% zum Jahresende 2018 auf 37,6% zum 30. Juni 2019.

Geschäftsentwicklung der Sparten

In der Sparte Bioprocess Solutions, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, setzte sich die hohe Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn fort. Basierend auf einer starken Nachfrage über alle Produktkategorien hinweg, insbesondere im Projektgeschäft in Asien, stieg der Spartenumsatz im ersten Halbjahr um 20,7% auf 676,6 Mio. Euro (nominal: +22,9%). Auch der Auftragseingang erhöhte sich sehr deutlich um 23,4% (nominal: +25,5%) auf 746,4 Mio. Euro.

Der operative Ertrag der Sparte stieg um 28,8% auf 198,3 Mio. Euro, die Gewinnmarge erhöhte sich aufgrund von Skaleneffekten und als Folge der Änderung einer Bilanzierungsregel1) auf 29,3% gegenüber 28,0% in der Vorjahresperiode.

Das Umsatzwachstum in der Sparte Lab Products & Services, die auf Technologien für Labore vor allem der Pharmabranche und Life-Science-Forschung spezialisiert ist, fiel vor dem Hintergrund eines schwächeren konjunkturellen Umfeldes insbesondere zum Ende des zweiten Quartals moderater aus als erwartet. Gegenüber einer starken Vorjahresbasis stieg der Umsatz um 3,2% auf 218,1 Mio. Euro (nominal: +4,8%). Der Auftragseingang entwickelte sich mit einem Plus von 5,4% (nominal: +7,0%) auf 228,0 Mio. Euro demgegenüber relativ robust.

Beim operativen Ertrag konnte die Sparte um 10,9% auf 39,4 Mio. Euro zulegen; die entsprechende Marge stieg von 17,1% im ersten Halbjahr 2018 auf 18,1%. Neben Skaleneffekten wirkte sich auch die Änderung einer Bilanzierungsregel positiv aus.1)

Prognose für das Gesamtjahr erhöht

Vor dem Hintergrund der guten Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr und der weiterhin hohen Nachfrage erhöhte die Unternehmensleitung ihre Finanzprognose für das Gesamtjahr 2019.

Auf Basis konstanter Wechselkurse soll der Umsatz des Konzerns im Gesamtjahr nunmehr um etwa 10% bis 14% steigen (bisherige Prognose: 7% bis 11%). Bei der Profitabilität wird weiterhin mit einem Anstieg der underlying EBITDA-Marge auf etwas über 27,0% gerechnet, wobei ebenfalls unverändert die operative Steigerung etwa einen halben Prozentpunkt betragen sollte und der übrige Anstieg aus Änderungen einer Bilanzierungsregel resultieren dürfte.1)

Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote dürfte nach wie vor mit rund 12% unter dem Wert von 2018 liegen (Vorjahr: 15,2%).2)

Für die Sparte Bioprocess Solutions erwartet die Unternehmensleitung weiterhin eine über den ursprünglichen Erwartungen liegende Wachstumsdynamik und erhöht ihre Umsatzprognose von bisher etwa 8% bis 12% auf etwa 13% bis 17%. Bei der underlying EBITDA-Marge geht das Management unverändert von einem Anstieg auf etwas mehr als 29,5% im Vergleich zum Vorjahreswert von 28,6% aus. Dabei sollte der operative Anteil der Steigerung etwa einen halben Prozentpunkt betragen.1)

Für die Sparte Lab Products & Services erwartet Sartorius aufgrund des schwächeren konjunkturellen Umfelds nun das Erreichen des unteren Bereichs der Umsatzprognose von etwa 5% bis 9%. Die underlying EBITDA-Marge wird knapp unter 20% erwartet (bisherige Prognose: knapp über 20%), wobei der operative Anstieg etwa einen halben Prozentpunkt ausmachen soll.1)

Alle Zahlen zur Prognose sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben. Ein ungeordneter Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU sowie sich verschärfende internationale Handelskonflikte könnten trotz bereits getroffener Gegenmaßnahmen die Lieferketten in beiden Sparten in gewissem Maß beeinflussen, wobei eine zuverlässige Prognose hinsichtlich der möglichen Effekte zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben werden kann.

  1. Der ab 2019 verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandard IFRS 16 regelt die Bilanzierung von Leasingverträgen. Im Ergebnis führt dies zu einer gewissen Bilanzverlängerung und damit einer etwas niedrigeren Eigenkapitalquote sowie zum Ausweis von längerfristigen Leasingzahlungen als Abschreibungen und dementsprechend zu einem etwas höheren EBITDA. Wesentliche Änderungen für das maßgebliche Konzernnettoergebnis bzw. das Ergebnis pro Aktie ergeben sich hieraus nicht.
  2. Seit 2019 basiert die Berechnung der Investitionsausgaben auf dem Cashflow anstelle der Bilanz; angepasste Investitionsquote: 13,1% H1 2018 bzw. 14,9% Gesamtjahr 2018.

Alternative Leistungskennzahlen:

  • underlying EBITDA: um das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation
  • Auftragseingang: alle Kundenaufträge, die in der jeweiligen Berichtsperiode rechtsgültig abgeschlossen wurden
  • maßgebliches Periodenergebnis: Periodenergebnis nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und nicht-zahlungswirksame Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis einschließlich entsprechender Steueranteile

Diese Veröffentlichung enthält Aussagen über die zukünftige Entwicklung des Sartorius Konzerns. Zukunftsgerichtete Aussagen unterliegen bekannten und unbekannten Risiken, Unsicherheiten und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von diesen Aussagen abweichen. Sartorius übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse zu aktualisieren.

Folgen Sie Sartorius auf Twitter @Sartorius_Group und auf LinkedIn.

Telefonkonferenz

Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG, und Rainer Lehmann, Finanzvorstand, werden Analysten und Investoren die Ergebnisse am Freitag, 19. Juli 2019 in einer Telefonkonferenz um 15:30 Uhr MESZ erläutern.

Die Registrierung ist unter folgendem Link möglich:
http://services.choruscall.de/DiamondPassRegistration/register?confirmationNumber=1777335&linkSecurityString=1127bde29

Alternativ ist die Einwahl ohne Registrierung unter folgender Nummer möglich:
+49 (0) 69 566 03 7000

Die Präsentation wird am Freitag, 19. Juli 2019 ab 15:15 Uhr MESZ auf unserer Website abrufbar sein:
https://www.sartorius.com/en/company-de/investor-relations-de/sartorius-ag-investor-relations-de/presentations-de

Aktuelles Fotomaterial
https://www.sartorius.com/en/company/newsroom/downloads-publications

Nächste Termine

22. Oktober 2019

Veröffentlichung der Geschäftszahlen Januar bis September 2019

Kennzahlen zum 1. Halbjahr 2019

Sartorius Konzern

Bioprocess Solutions

Lab Products & Services

in Mio. ?, sofern nicht anderweitig angegeben

H1
2019

H1
2018

??
in % nominal

??
in % wb1)

H1
2019

H1
2018

??
in % nominal

??
in % wb1)

H1
2019

H1
2018

??
in % nominal

??
in % wb1)

Umsatz und Auftragseingang

Umsatz

894,7

758,4

18,0

15,9

676,6

550,3

22,9

20,7

218,1

208,1

4,8

3,2

- EMEA2)

362,0

324,4

11,6

11,4

264,7

229,5

15,3

15,2

97,3

94,9

2,5

2,2

- Amerika2)

308,2

249,6

23,5

18,9

248,5

195,8

26,9

22,0

59,7

53,9

10,9

7,5

- Asien | Pazifik2)

224,5

184,4

21,8

19,9

163,4

125,1

30,7

28,9

61,1

59,3

3,0

1,0

Auftragseingang

974,3

807,6

20,7

18,7

746,4

594,6

25,5

23,4

228,0

213,0

7,0

5,4

Ergebnis

EBITDA3)

237,6

189,5

25,4

 

198,3

153,9

28,8

 

39,4

35,5

10,9

 

EBITDA-Marge3) in %

26,6

25,0

 

 

29,3

28,0

 

 

18,1

17,1

 

 

Periodenergebnis4)

101,5

79,8

27,3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzdaten je Aktie

Ergebnis je StA.4) in ?

1,48

1,16

27,4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis je VzA. 4) in ?

1,49

1,17

27,2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. wb = wechselkursbereinigt
  2. nach Sitz des Kunden
  3. underlying EBITDA: um das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation
  4. maßgebliches Periodenergebnis: nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und nicht-zahlungswirksame Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis einschließlich entsprechender Steueranteile
 

Sartorius in Kürze

Der Sartorius-Konzern ist ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie. Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit innovativen Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen. Die Sparte Bioprocess Solutions trägt mit einem breiten Produktportfolio mit Fokus auf Einweg-Lösungen dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient hergestellt werden. Der Konzern wächst durchschnittlich zweistellig pro Jahr und ergänzt sein Portfolio regelmäßig durch Akquisitionen von komplementären Technologien. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,57 Milliarden Euro. Aktuell sind gut 8.700 Mitarbeiter an den rund 60 Produktions- und Vertriebsstandorten des Konzerns für Kunden rund um den Globus tätig.


Kontakt:

Petra Kirchhoff | Leiterin Konzernkommunikation und Investor Relations
+49 (0)551.308.1686 | Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können



Link zum Artikel: http://www.businesswire.com/news/home/20190718005866/de/
 
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Nächste > Ende >>

Ergebnisse 1 - 9 von 4294
 
  Top
LogIn