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Peter Arnold zum stellvertretenden Direktor des Geschäftsbereichs Innovation und strategisches


23.05.2012

Kinetic Concepts, Inc. hat heute angekündigt, dass Peter Arnold zum stellvertretenden Direktor des Geschäftsbereichs Innovation und strategisches Marketing ernannt wurde.

Als stellvertretender Direktor für Innovation und strategisches Marketing ist Arnold für die Festlegung der globalen Produktstrategie für KCI verantwortlich. Er ist für die strategische Führung hinsichtlich Design und Entwicklung in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technik für das gesamte Spektrum der Produkte von KCI zuständig.

Arnold besitzt umfangreiche Führungserfahrungen sowohl in öffentlichen wie auch privaten Unternehmen. Zuletzt hat er auf 19 Morgen Land die Innovationsschmiede Newcastle Science City gegründet. Das wissenschaftliche Projekt in Großbritannien verwendete eine neue Innovationsstrategie, um in der Region zahlreiche neue Unternehmen hervorzubringen. Zuvor arbeitete Arnold bei Smith & Nephew als Group Director of Technology. In dieser Funktion war er für den Geschäftsbereich Technik, Forschung und Entwicklung, neue Produkte, Innovation sowie medizinische und regulatorische Risiken für die gesamte Gruppe verantwortlich. Außerdem war er Worldwide Director des Wound Management Development bei Johnson & Johnson.

?Aufgrund seiner Erfahrung in der Forschung und Entwicklung von Medizinprodukten und der Beschaffung von Zulassungen passt Peter ideal zu KCI, da wir in größeren Dimensionen und strategischer denken?, sagte Joe Woody, Präsident und CEO von KCI. ?Mit dem Schwerpunkt auf den Innovationsprozess und eine globale Produktstrategie wird Peter zur Definition unserer Plattformen für die Zukunft der Unterdrucktechnologien und angrenzenden Verfahren mit neuen Ansätzen in offener und virtueller Innovation beitragen.?

Über KCI

Kinetic Concepts, Inc. ist ein namhaftes globales Unternehmen für Medizintechnik, das sich der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung innovativer und technisch hochstehender Therapien und Produkte auf den Gebieten der Wundpflege und therapeutischer Supportsysteme widmet. KCI hat seinen Hauptsitz in der texanischen Stadt San Antonio und treibt die wissenschaftlichen Fortschritte im Bereich der Wundheilung seit über drei Jahrzehnten voran. Der Erfolg von KCI lässt sich auf eine Geschichte zurückführen, die der Innovation und dem leidenschaftlichen Einsatz für die wesentliche Verbesserung der Heilungschancen von Patienten in aller Welt bei gleichzeitiger Senkung der Behandlungskosten verpflichtet ist. Die rechtlich geschützten Unterdrucktechnologien von KCI haben die Behandlung der unterschiedlichsten Arten von Wunden durch Pflegepersonal revolutioniert. Das System V.A.C.® Therapy ist schon bei über sechs Millionen Wunden in aller Welt eingesetzt worden. Weitere Informationen über KCI und die Produkte des Unternehmens sind erhältlich unter www.KCI1.com.

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.


Kontakt:

Unternehmenskommunikation KCI
Mike Barger, +1-210-255-6824
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Link zum Artikel: http://www.businesswire.com/news/home/20120523005719/de/
 
Hanna Instruments, Inc. führt neu gestaltete, kompakte, für wissenschaftliche Zwecke geeignete


23.05.2012

Hanna Instruments freut sich, die Einführung von mehreren neu gestalteten Tisch-Analysegeräten bekannt geben zu können.

Die neuen Messgeräte zur Bestimmung des pH-Werts, der elektrischen Leitfähigkeit (EC) und des Widerstands zeichnen sich durch verbesserten Bedienkomfort, geringeren Platzbedarf und ein attraktives, einheitliches Äußeres aus.

Zu den neuen Messgeräten gehören: HI 2209 (pH/mV-Messgerät), HI 22091 (pH/mV-Messgerät mit Analogausgabe), HI 2314 (EC-Messgerät), HI 2315 (EC-Messgerät), HI 23151 (EC-Messgerät mit Analogausgabe) und HI 2316 (EC- und Widerstandsmessgerät). Die Messgeräte zeichnen sich bereits durch hohe Messgenauigkeit aus und erhielten als weitere Verbesserung ein größeres, gut ablesbares LCD, platzsparende, eingebaute Lösungsbehälter und ein attraktives, neu gestaltetes Gehäuse. Diese Modifizierungen verbessern insgesamt den Bedienkomfort und machen die Liebe zum Detail deutlich, die die Produkte von Hanna ausmacht.

?Benutzerfreundlichkeit spielt bei der Gestaltung von Analysegeräten eine wichtige Rolle?, so Paul Fabsits, Vice President Global Business Development bei Hanna Instruments. ?Für ein präzises Ergebnis ist es wichtig, dass der Kunde genau weiß, wie das Gerät zu bedienen ist und wie die Messwerte abgelesen werden. Hanna ist stolz auf die Benutzerfreundlichkeit seiner Produkte. Das Kundenerlebnis ist von intuitiver Bedienbarkeit und hohem Bedienkomfort geprägt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein kostengünstiges tragbares Messgerät für den Aquariumheimbedarf oder um die modernsten Titrationssysteme des Unternehmens für Produktionsanlagen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie handelt.?

Die neuen Tischmessgeräte von Hanna können über die mehr als 40 internationalen Standorte des Unternehmens bezogen werden. Diese Vertretungen bieten den Kunden von Hanna Dienstleistungen, Support und Ausbildung vor Ort und tragen so zu dem außergewöhnlichen Kundenerlebnis bei, das Hanna sich zum Ziel gesetzt hat.

Über Hanna

Hanna Instruments, Inc. ist der weltweit größte Hersteller von elektroanalytischen Messgeräten in privater Hand. Seit 1978 stellt Hanna praktische, kosteneffektive Geräte für den Laborbedarf sowie Umwelt- und Industrieanwendungen her. Das Unternehmen bietet ein breites Sortiment an Instrumenten, das von forschungsgerechten Tischgeräten und ISEs bis hin zu tragbaren Einzel- und Mehrparametermessgeräten zur Bestimmung des pH-Werts, der Leitfähigkeit, des gelösten Sauerstoffs, der Trübung und anderer Parameter reicht. Hanna unterhält weltweit mehr als 40 Niederlassungen, damit Service- und Supportleistungen auf höchstem Niveau in aller Welt gewährleistet sind.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website von Hanna Instruments unter www.hannainst.com.

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Kontakt:

Hanna Instruments, Inc.
Emmett Jorgensen, 401-765-0045 x52
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Link zum Artikel: http://www.businesswire.com/news/home/20120523005034/de/
 
Systagenix präsentiert neue Erkenntnisse auf der EWMA 2012, die die Bedeutung eines neuen Test


22.05.2012

Neue Erkenntnisse über den weltweit ersten Point-of-Care Test in der Wundversorgung, WOUNDCHEK? Protease Status, die auf der Konferenz der EWMA (European Wound Management Association) im Mai 2012 vorgestellt werden, untermauern die Bedeutung der Proteaseaktivität für die Wundheilung und Wunddiagnose, quantifizieren die erhöhte Proteaseaktivität (EPA) und liefern erste Zwischenergebnisse über die Diagnose und Behandlung von EPA in der klinischen Praxis.

Es konnte nachgewiesen werden, dass Wunden, die EPA aufweisen, mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht ohne eine gezielte Behandlung heilen werden. Bei 28 Prozent aller nicht-heilenden Wunden wird EPA vermutet. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigte, dass es dafür jedoch keine sichtbaren Erkennungsmerkmale gibt. ?Die frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend?, sagte Dr. Rob Snyder, der medizinische Leiter von Systagenix. ?Es ist unmöglich zu erkennen, bei welchen Wunden EPA vorliegt, unabhängig von deren Ätiologie, Alter oder Erscheinungsbild. Ohne visuelle Erkennungsmerkmale bleibt EPA unerkannt, was mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schlechte oder verzögerte Heilung nach sich zieht. Die Folgen davon sind, dass eine unangemessene Wundversorgung enorme negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten haben könnte und vermeidbare Behandlungen das globale Gesundheitssystem mit Milliardenkosten belasten. Deshalb wird WOUNDCHEK? Protease Status als das einziges marktgängiges Testverfahren zur Diagnose von EPA die Wundversorgung revolutionieren. Der Test ist in Europa, Nahost und Afrika erhältlich und bietet den Ärzten nunmehr einen Algorithmus zur Diagnose und Therapie?

Protease-modulierende Wundauflagen mit z.B. Kollagen/ORC sollten bei Wunden mit EPA in gleichem Maße eingesetzt werden, wie heute bereits in den meisten Fällen Wundinfektionen mit antimikrobiellen Auflagen und (bei Bedarf) mit systemischen Antibiotika behandelt werden. Die vorliegenden Erkenntnisse, die auf der EWMA-Konferenz vorgestellt werden sollen, belegen, dass Wundauflagen mit Kollagen/ORC bei der Behandlung von Wunden mit EPA deutlich wirkungsvoller sind, als derzeit oft in der Praxis eingesetzte Produkte. Im Rahmen einer retrospektiven Studie an 56 venösen Patienten mit Beinulzera zeigten Wunden mit EPA bei einer Behandlung mit Kollagen/ORC eine Ansprechrate von 77 Prozent verglichen mit einer nur 10-prozentigen Heilungswahrscheinlichkeit ohne eine entsprechende Behandlung. Diese Erkenntnisse waren unbeeinflusst vom Alter der Wunde, ihrem Erscheinungsbild oder Vorbehandlungen.

Dr. Rob Snyder weiter: ?Dies sind hochinteressante neue Erkenntnisse. Viele Mediziner, mit denen wir gesprochen hatten, glaubten intuitiv, dass EPA nur in den ältesten und schwierigsten Wunden auftritt und dementsprechend nur hartnäckige Geschwüre getestet und mit proteaseverändernden Therapien (z. B. Kollagen/ORC) behandelt werden müssten. Nun ist jedoch eindeutig belegt, dass EPA in allen chronischen bzw. nicht-heilenden Wunden vorkommen kann, unabhängig von deren Alter, Ätiologie oder Erscheinungsbild. Einige drei Monate alte Wunden zeigten z. B. erhöhte Werte (EPA), während andere sechs Jahre alte Geschwüre ein niedriges Testergebnis aufwiesen. Die Aufklärung über die Diagnose und Behandlung von EPA ist daher weiterhin von entscheidender Bedeutung. Aktuellen Daten zufolge kann bei Wunden, die weniger als ein Jahr alt sind, durch die Behandlung mit Kollagen/ORC in frühen Phasen eine Ansprechrate von bis zu 88 Prozent erzielt werden. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von EPA wird entscheidend sein für die Verbesserung der Heilungsraten und die Verhinderung von Behandlungsresistenzen. die Milliardenkosten verursachen könnte. Letzten Endes könnte dies Tausenden von Patienten Einschränkungen und Schmerzen ersparen.?

Sechs neue Poster Präsentationen werden im Rahmen des Symposiums ?Testverfahren für EPA - Die Ankunft der Wunddiagnostik? unter dem Vorsitz von Prof. Keith Harding präsentiert. Hierbei stellen mehrere Meinungsführer aus dem Bereich der Wundversorgung die neuesten Forschungsergebnisse und klinischen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem jüngst auf dem Markt erschienen WOUNDCHEK? Protease Status vor. Im Rahmen dieser Sitzung wird Dr. Thomas Serena zum Thema ?Die Definition von EPA: Die Entwicklung des Testverfahrens und der Probentechnik? referieren, Jacqui Fletcher einen Vortrag über ?Die Untersuchung auf EPA zur Bestimmung des geeigneten Behandlungsansatzes für venöse Beinulzera in Großbritannien? halten und Dr. Severin Läuchli die ?Ersten Erfahrungen und die Implementierung des Testverfahrens in der klinischen Routinepraxis? beschreiben.

Im Jahr 2008 wurde Systagenix gegründet, nach der Übernahme des professionellen Wundversorgungsgeschäfts von Johnson & Johnson. Das Unternehmen konzentriert sich zu 100 Prozent auf die Wundversorgung und die Entwicklung und Vermarktung diagnostischer und therapeutischer Lösungen, wobei es weltweit pro Monat mehr als 20 Millionen hochentwickelte Wundauflagen verkauft.

In den USA ist WOUNDCHEK? Protease Status derzeit nicht von der US-Arzneimittelbehörde FDA zum Verkauf zugelassen.

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.


Kontakt:

Systagenix
Vicky Stoakes von VSPR
+44 (0)7747 534 519
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Link zum Artikel: http://www.businesswire.com/news/home/20120522005047/de/
 
Antikörper-basierte Suche nach neuen chemischen Reaktionen
ImageDem Zufall verdanken wir viele Entdeckungen; man kann ihm aber auch auf die Sprünge helfen: Die Chance, etwas Interessantes zu finden, steigt mit der Zahl der unternommenen Versuche. Französische Forscher haben dieses Prinzip jetzt bei der Suche nach neuen chemischen Reaktionen angewendet. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellen sie ein Konzept vor, das auf Antikörpern und einem „Sandwich“-Immunoassay beruht.

Bringt es etwas, einfach wie ein Alchimist wahllos Substanzen zusammenzukippen und zu schauen, was passiert? Systematisch und in großen Stil durchgezogen ist das ein erfolgversprechender Ansatz, nennt sich Hochdurchsatz-Screening und ist eine etablierte Methode bei der Suche nach Katalysatoren und pharmazeutischen Wirkstoffen. Inzwischen wird dieses Konzept auf die ganz allgemeine Suche nach neuartigen Typen chemischer Reaktionen ausgeweitet. Wozu braucht man neuen Reaktionstypen? Um das Repertoire des Synthesechemikers zu erweitern, wenn es gilt, neue oder einfachere, raschere, elegantere Synthesewege z.B. für Naturstoffe, Spezialchemikalien und Wirkstoffe zu finden.

Die französischen Wissenschaftler um Frédéric Taran (Institute of Biology and Technology, Saclay, iBiTec-S, Gif-sur-Yvette) haben jetzt einen neuen Immunoassay-basierten Ansatz entwickelt, um neue Kupplungsreaktionen zu suchen, also Reaktionen, bei denen zwei organische Moleküle miteinander verknüpft werden.

In die Vertiefungen von Mikrotiterplatten werden je zwei Reaktanden A und B gegeben, in manche zusätzlich verschiedene Übergangs-Metalle als mögliche Reaktionsvermittler. Reaktand A trägt eine Markierung, die von Antikörper AK 1 erkannt und gebunden wird, Reaktand B trägt eine Markierung für Antikörper AK 2. Findet eine Kupplung statt, trägt das Produkt beide Markierungen. Nach der Reaktion werden die Lösungen auf frische Platten übertragen, die mit AK 1 beschichtet sind. Nach einem Waschschritt haften nur Moleküle mit einer Bindestelle für AK 1. Anschließend wird eine Lösung mit AK 2 aufgegeben und wiederum nachgewaschen. Wo AK 2 haften bleibt, muss ein Produkt vorliegen, das beide Markierungen trägt – es entsteht ein „Sandwich“, bei dem das Produkt wie der Belag zwischen zwei Antikörper-„Brotscheiben“ klemmt. Treffer werden durch ein Enzym sichtbar gemacht, das an AK 2 geknüpft ist und einen gelben Farbumschlag verursacht. Überall, wo es deutlich gelb ist, wird das Reaktionsprodukt analysiert und festgestellt, ob dessen Bildungsreaktion einem bereits bekannten Typus folgt oder noch unbekannt ist.

Um zu belegen, dass das Konzept funktioniert, untersuchten die Forscher parallel 3360 Ansätze. Als Reaktanden wählten sie Verbindungen mit gewöhnlichen sowie mit unkonventionellen reaktiven Gruppen. So gelang es ihnen, zwei neue durch Kupfer unterstützte Reaktionstypen zu identifizieren: eine Reaktion von Thio-Harnstoffen zu Iso-Harnstoffen sowie eine Zyklisierung, bei der Thiazol-Derivate aus Alkinen und N-Hydroxythioharnstoffen entstehen.


Den Artikel finden Sie unter:

http://idw-online.de/de/news478846

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft / Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.  (05/2012)


Angewandte Chemie: Presseinfo 20/2012
Autor: Frédéric Taran, CEA, iBiTecS, Gif-sur-Yvette (France), http://www-dsv.cea.fr/en/institutes/institute-of-biology-and-technology-saclay-i...
Angewandte Chemie, Permalink to the article: http://dx.doi.org/10.1002/ange.201201451

 
Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
ImageEine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt waren auch renommierte Forschungseinrichtungen in Berlin und in den USA beteiligt.

Bei dem jetzt identifizierten molekularen Schalter handelt es sich um das von Wissenschaftlern als Zinkfinger-Transkriptionsfaktor bezeichnete Gen Bcl11b/Ctip2. „Wir konnten zeigen, dass dieses Gen spezifisch in Nervenzellen des Gyrus dentatus exprimiert wird“, erklärt Britsch, „diese Beobachtung deutet darauf hin, dass das Gen eine Steuerungsfunktion bei der Entwicklung hippocampaler Nervenzellen besitzen könnte“. Mittels genetischer Verfahren entwickelten die Ulmer Forscher daraufhin ein Mausmodell, in dem das Bcl11b/Ctip2 Gen gezielt in Nervenzellen des Hippocampus ausgeschaltet werden kann.

„Interessanterweise ist in diesen sogenannten konditionalen Knock-out Mäusen die postnatale Neubildung und Differenzierung von Nervenzellen des Gyrus dentatus sehr stark beeinträchtigt“, so der seit vier Jahren in Ulm tätige Forscher. Überdies seien Bcl11b/Ctip2 -defiziente Nervenzellen in den betroffenen Mäusen nicht mehr in der Lage, ihre korrekten synaptischen Partner zu finden und mit diesen funktionierende Kontakte aufzubauen. „In gemeinsam mit Professor Herbert Schwegler vom Anatomischen Institut der Universität Magdeburg durchgeführten Verhaltensstudien konnten wir schließlich nachweisen, dass der Verlust dieses molekularen Schalters zu schweren Lern- und Gedächtnisstörungen führt.“ Letztendlich seien die betroffenen Mäuse nicht mehr in der Lage gewesen, sich den Ort zu merken, wo sie zuvor regelmäßig Nahrung gefunden hatten.

Professor Britsch zufolge war bislang vollständig unklar, über welche nachgeschalteten Signalwege das Bcl11b/Ctip2 Gen die Entwicklung hippocampaler Nervenzellen steuert. „In systematischen genetischen Analysen sind wir völlig unerwartet auf ein altbekanntes Gen gestoßen, das bisher allerdings vor allem in Epithelzellen, zum Beispiel der Haut, untersucht wurde und dort unter anderem für den mechanischen Zusammenhalt der Zellen untereinander verantwortlich ist: Wir konnten zeigen, dass dieses als Desmoplakin bezeichnete Gen direkt von Bcl11b/Ctip2 reguliert wird.“ Mit ausgeklügelten genetischen Experimenten konnten die Ulmer Forscher um Stefan Britsch schließlich nachweisen, dass der Neurogenese-Defekt in Bcl11b/Ctip2 defizienten Mäusen vollständig behoben werden kann, wenn man den betroffenen Nervenzellen Desmoplakin künstlich wieder zurück gibt.

Nun sei das Molekül Desmoplakin zwar schon lange bekannt, „aber in einem ganz anderen Kontext“. Dass es als Zielgen des jetzt identifizierten molekularen Schalters fungiere, bringe „eine neue Sichtweise in das System“, erläutert Professor Britsch.

„Der Hippocampus nimmt in vielerlei Hinsicht eine besondere Stellung innerhalb des menschlichen Gehirns ein, er spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle bei Emotionen, beim Lernen und bei der Ausbildung räumlicher Gedächtnisinhalte“, betont Stefan Britsch. Dabei entwickle sich der weit überwiegende Teil seiner Nervenzellen erst sehr spät nach der Geburt und der Hippocampus bilde mit seinem Gyrus dentatus eine von nur zwei Regionen im gesamten Säugergehirn, in der zeitlebens Nervenzellen aus neuralen Stammzellen neu gebildet werden können.

„Die Erforschung der in diesem Zusammenhang entscheidenden Steuerungsmechanismen ist daher nicht nur von Interesse für die Grundlagenforschung, sondern auch von zentraler modellhafter Bedeutung für das bessere Verständnis von neurodegenerativen oder psychischen Erkrankungen des Gehirns, für deren Prävention, aber auch für die Entwicklung neuer, regenerativer Behandlungsstrategien“, sagt Britsch. Bemerkenswerterweise ist der nun entdeckte molekulare Schalter auch beim Menschen zeitlebens aktiv. „Eine besonders spannende Frage wird daher in Zukunft sein, welche Rolle Bcl11b/Ctip2 im erwachsenen Gehirn und während der natürlichen Alterung des Gehirns spielt“, so Stefan Britsch.


Den Artikel finden Sie unter:

http://www.uni-ulm.de/home/news-details/article/forscher-identifizieren-neuen-molekularen-schalterbrwichtige-rolle-bei-der-steuerung-der-postnata.html

Quelle: Universität Ulm (05/2012)


Originalpublikation:
Simon R, Brylka H, Schwegler H, Venkataramanappa S, Andratschke J, Wiegreffe C, Liu P, Fuchs E, Jenkins NA, Copeland NG, Birchmeier C, Britsch S. A dual function of Bcl11b/Ctip2 in hippocampal neurogenesis. EMBO Journal 2012 May 15, http://www.nature.com/doifinder/10.1038/emboj.2012.142

 
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